Tallinn – Realität vs. Instagram | WDR Reisen

Hallo zusammen! Herzlich willkommen bei Looks Like, und herzlich willkommen in Tallinn! Wir sind dieses Mal in der estnischen Hauptstadt unterwegs und wollen schauen: es ist wirklich so hübsch wie Instagram uns das verspricht, und was hat Tallinn eigentlich noch so zu bieten? Los geht’s! Nach Tallinn kommt man am schnellsten mit dem Flugzeug Von Frankfurt aus braucht man etwa zweieinhalb Stunden. Wenn ihr mehr Zeit habt, gibt es auch die Möglichkeit, über Stockholm per Nachtzug und Fähre nach Tallinn zu kommen. Das dauert aber fast zwei Tage Auf Instagram findet man über 2 Millionen Fotos mit dem Hashtag #Tallinn und genau diese Bilder wollen wir als Reiseführer nutzen So, Flug haben wir überlebt Das Wetter ist jetzt tatsächlich nicht wahnsinnig atemberaubend, aber mal gucken, wie sich das in den Tagen entwickelt. und im Landeanflug hat man gesehen, es sind relativ viele Wohnblocks, alles sieht so ein bisschen grau aus, noch nicht so richtig geil Ja, aber das ist ja meistens so, dass die Flughäfen nicht unbedingt in die schönsten Ecken der Stadt gebaut werden Wie es wirklich aussieht in Tallinn, das gucken wir uns aber selbst an. Vom Flughafen kommt man innerhalb von zehn Minuten per Bahn in die Innenstadt, Kostenpunkt nur einen Euro. Für die Esten, die in Tallinn gemeldet sind, sind Bus und Bahn in der Stadt sogar komplett umsonst Wir beziehen erstmal unsere Unterkunft, eine Airbnb-Wohnung für 40 Euro pro Nacht Und morgen geht es dann richtig los So… hm…ja Die Richtung stimmt schonmal Tallinn ist die Hauptstadt von Estland und um die 800 Jahre alt. Hier wohnen 430.000 Menschen. Etwa die Hälfte davon spricht estnisch, die andere Hälfte russisch Top-Sehenswürdigkeit: die Altstadt. Hier gibt es alles, was ein Touristenherz höher schlagen lässt: Souvenirläden, Restaurants und ganz viel Geschichte Das ist jetzt dieser Rathausplatz und hier soll auch ein Gebäude sein, was wir bei Instagram gefunden haben, und ich glaube, das da drüben könnte es sein Das sieht also zumindest gut aus, also hier ist natürlich ein bisschen schöneres Wetter als heute, aber das ist, wenn man hier mal guckt, genau unser Motiv. Ha! Die beliebtesten Instagram-Ziele überschneiden sich natürlich zum großen Teil mit den klassischen Touristenzielen und was auf Fotos hübsch aussieht, wollen sich analoge Touristen auch anschauen Wie soll das dann im Sommer sein, bei gutem Wetter? Der Weg ist versperrt Pro Saison landen in Tallinn übrigens um die 350 Kreuzfahrtschiffe, eine ganze Menge Besucher also Das scheint diese Kathedrale zu sein, die wir in dem Instagram-Foto gesehen haben Jetzt müssen wir nur noch den Spot finden, wo es entstanden ist, aber ich glaube, wir folgen einfach mal der Meute Die Kirche von unserem Instagram-Foto ist die russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale Eingeweiht wurde sie im Jahr 1900 zu der Zeit, als Tallinn noch zum russischen Kaiserreich gehörte Die Zwiebeltürme erinnern tatsächlich eher an Moskau als an Estland Das ist auf jeden Fall der richtige Platz, wo wir hier sind. Eine sehr, sehr schöne Kirche, tatsächlich so ein russischer Stil eher oder so, wie das aussieht, auf jeden Fall wurden hier sehr, sehr viele sehr schöne Instagram-Fotos geschossen, allerdings natürlich bei schönem Wetter, weniger Leute, das sieht natürlich noch mal ganz, ganz anders aus Aber wir kriegen schon ein schönes Foto hin, würd ich sagen. Was aber die meisten Leute vergessen: diese Kathedrale ist zwar sehr, sehr schön, aber wenn man sich hier weiter umguckt, nicht nur die Richtung, hier gibt es eine alte Stadtmauer, hier ist das Parlament direkt gegenüber, in so einem herrlichen lachsfarbenen Steinton hier gibt es noch viel, viel mehr zu entdecken tatsächlich, als nur diese eine Kirche Macht ein Foto von mir, so ein schönes, ja genau, hochkant So? Mit schön viel Kathedrale? Übrigens, wenn ihr noch ein paar Tipps für uns habt, was man in Tallinn alles anstellen sollte, schreibt die gerne unten in die Kommentare Und auch wenn ihr denkt, ihr solltet unbedingt mal da und da hinreisen, auch gerne uns schreiben, wir freuen uns! Ganz in der Nähe der Kathedrale soll es noch einen Instagram-Hotspot geben Der Schriftzug “The times we had” an der Wand einer Aussichtsplattform Für alle, die mal wieder nachdenklich in die Ferne gucken wollen Gefunden! Das ist hoffentlich nicht die Schlange zum anstehen hier für Fotos machen Die Aussicht von hier oben ist wirklich schön, und gerade mit dem Schriftzug sehr fotogen Wenn man aber nach dem Hashtag sucht wird schnell klar: so richtig individuell ist dieses Motiv nicht Den Schriftzug haben wir gefunden, er ist genau so, wie er auf den Fotos aussieht Es hieß, dass er zwischendurch auch mal überpinselt wurde, er wiederkam, großes Trara Die älteren Herrschaften scheint es überhaupt nicht zu interessieren Die gucken sich lieber das Panorama über Tallinn an, was auch sehr schön ist, nur die jungen Leute, die finden natürlich die Perspektive relativ geil, und ein Foto machen wir natürlich auch Jetzt muss man so episch in die Ferne gucken, ne?

Ich frag mich auch, warum das manchen Leuten nicht unangenehm ist, so ein Fotoshooting irgendwo. Man setzt sich irgendwo hin, auf so ne Plattform, guckt herrschaftlich in die Ferne, und dann machen alle Fotos von einem, und dann hofft man, toi-toi-toi, dass eins für Instagram dabei ist Sightseeing macht hungrig, deswegen lassen wir den ersten Tag in Tallinn ein bisschen untypisch estnisch mit Bier und Burgern ausklingen Das neben mir ist übrigens Nico, Reisebegleiter und Kameramann Fazit vom ersten Tag: Tallinn, Altstadt, Innenstadt, ist supertouristisch, ich glaube, wir haben keinen einzigen einheimischen Esten gesehen, aber trotzdem wunder, wunderschön, also auch abseits von den typischen Instagram-Spots gibt es super viele schöne Ecken zu entdecken Da bin ich natürlich sehr zufrieden fürs erste, und wie Tallinn außenrum so aussieht, das schauen wir uns einfach morgen an Alles ein bisschen stressig heute Wir wollten eigentlich zu unserer heutigen Destination mit dem Bus fahren, der fährt jetzt aber irgendwie nicht, weil es außerhalb der Saison ist, da auf jeden Fall vorher darüber schlau machen, Leute Wir haben zum Glück noch einen Mietwagen bekommen und jetzt geht’s los, wir fahren zum Hara Harbor Hara Harbor ist ein ehemaliger sowjetischer U-Boot-Hafen, etwa eineinhalb Stunden außerhalb von Tallinn Heute mit perfektem Reisewetter Ich finde, der Regen hat auch ein bisschen was Gutes Wir sind ja auch kein Schönwetter-Reisereport, sondern wir sind ja “Looks Like” und wir zeigen ja quasi, wie es wirklich aussieht, und wenn es in Estland nun mal regnet – dann ist das halt so Unser Weg führt uns raus aus Tallinns Stadtgebiet und hier wird es relativ schnell ganz schön ländlich. Den Tipp mit dem Hafen haben wir übrigens ausnahmsweise nicht von Instagram, sondern von einer estnischen Freundin ganz persönlich bekommen So fangen ja auch so klassische Horrorfilme an, zwei junge Leute auf dem Weg irgendwo in die Wildnis zu einem verlassenen U-Boot-Hafen Hey, ich mein, was soll schon schiefgehen? Ich glaube, wir sind gleich da. Die Straßen werden nämlich schlechter Ich glaube, es ist ein gutes Zeichen Und dank Navi finden wir schließlich tatsächlich unser Ziel Hier sind wir mit Syrli verabredet, die uns den Hafen zeigen will Schau mer mal “Chris, hallo, schön, dich zu sehen. Das ist Nico, der Kameramann.” “Ich hab gelesen, das ist eine Art Geheimtipp?” “Ist es wirklich noch ein Geheimtipp?” “Das war es. Bis 1993, als die Sowjetunion abgezogen ist.” “Und jetzt ist es zugänglich für die Anwohner und andere Leute.” Heute ist der Hafen für Besucher zugänglich. Man zahlt lediglich eine kleine Gebühr von fünf Euro für den Erhalt und die Sanierung der Anlage “Es wurde 1953 erbaut…” Der Hauptzweck war, U-Boote zu entmagnetisieren U-Boote werden bei ihren Tauchgängen vom Magnetfeld der Erde magnetisiert Für U-Boote es ist generell eher schlecht, magnetisch zu sein, weil sie dadurch für Magnetminen und Torpedos leichter aufzuspüren sind Hier in diesem U-Boot-Hafen mussten sie also regelmäßig ent-magnetisiert werden Natürlich alles streng geheim Wussten die Menschen in der Umgebung, das hier eine geheime U-Boot-Basis war? “Oder war es eher, weiß ich nicht, ist mir egal?” Doch, sie wussten das. Wenn sie hier hineinwollten, oder durchgehen…” “… mussten sie eine Genehmigung haben.” “… und den Grund angeben, warum sie hier hineinwollten.” “Aber meistens kamen sie gar nicht erst her.” “Also wussten sie, hier geht irgendetwas Geheimes vor, aber wussten nicht genau, was es war?” “Ja, genau.” “Findest du, dass von der sowjetischen Vergangenheit noch etwas geblieben ist?” “Ja sicher, alles hier erinnert noch daran…” “… und wir versuchen uns alle vorzustellen, was hier vorging.” “Diese ganze Geschichte hinterließ uns ein großes Vermächtnis.” Die Spuren, die die Sowjetunion in Estland hinterlassen hat, werden an Orten wie diesem natürlich sehr deutlich. Heute wird dieser Ort auch vom Graffiti-Künstlern genutzt Ich find’s hier mega geil, ist es natürlich ein bisschen gruselig, weil dieser ganze Pier auch so einsturzgefährdet ist und sowas, aber überall sind Graffitis, alles fällt auseinander, es so diesen morbiden Charme von diesen “lost places”, also ich glaube, da hätten manche Leute und vor allem Instagram-Fotografen ihre wahre Freude dran an dem Ort Hara Harbor ist ein echt spezieller Ort Geschichte zum Anfassen, und direkt

daneben Street Art und Graffiti Vielleicht ist ja genau das typisch estnisch, ein bisschen morbide, aber irgendwie trotzdem hübsch Der Verein, der sich um das Areal kümmert, will im Hafen weiter restaurieren Am Ufer sollen Übernachtungsmöglichkeiten entstehen, Seminarräume und ein Café *Musik* Der verlassene U-Boot-Hafen war echt krass, beeindruckend, was die Sowjets hier so hinterlassen haben, und vor allem auch wie das Ganze Estland geprägt hat Wenn ihr mal hier in der Nähe seid, solltet ihr euch das auf jeden Fall anschauen Wir fahren zurück nach Tallinn, denn da gibts das Bier-Tasting Wir sind zurück in Tallinn, die Sonne ist herausgekommen, pünktlich zu unserem Biertasting beziehungsweise Bierdrinking. Wir treffen nämlich jetzt meine ehemalige Au-pair-Dame, Marilyn, die hab ich seit 20 Jahren nicht gesehen, aber die kommt hier aus Estland, und schauen wir mal, was die so über ihre Stadt zu sagen hat Die Brauerei, in der wir verabredet sind, ist eine von vielen Craftbier-Brauereien in Tallinn in den letzten Jahren ist daraus eine richtige Szene entstanden Jedes Jahr findet hier sogar ein Craftbeer-Festival statt Da sieht man quasi direkt, wo sein Bier frisch gebraut wird Hallo! Schön, dich zu sehen! Etwas gewachsen. In 20 Jahren Du nicht, ne? In die Breite Wobei, ich war damals ja noch so Wahnsinn! Das ist Nico, der Kameramann 1999, also vor 20 Jahren hat Marilyn ein Jahr lang in Deutschland gelebt und auf mich und meine Geschwister aufgepasst. Seitdem lebt sie wieder in Tallinn und arbeitet in einer großen IT-Firma Ein paar Fotos von früher habe ich natürlich auch mitgebracht 1999? Haben wir uns zwischendurch mal gesehen? Ich glaube nicht, oder? 20 Jahre, das krass, oder? Nach einem ersten Update wird es endlich Zeit für unser Biertasting. Also, es gibt ja hier viel Craft Beer, und wir haben uns jetzt ein paar davon bestellt. Ich habe leider schon wieder vergessen, was welches ist, aber ich glaube, das ist ein Pilsener, das irgendwas mit Frucht, das hier ist was mit… das war Kaffee und und Kokosnuss Ja dann… Cheers! Muss man das auch so schwenken, wie so einen Wein und dann ein bisschen atmen lassen? Hängt davon ab, wie fancy du aussehen möchtest Auch nicht schlecht Das riecht wie so ein Kakao mit Kokos, ne? Das ist ja lecker! Hmmmm! Hmmm, probier mal, Nico Das schmeckt, als hätte man in ein Guinness nochmal Kaffee geschüttet dann noch mal ein bisschen… Kokos Also, Bier brauen können die Esten schon mal Ist das auch so, junge Leute kommen nach Tallinn, um geiles Zeugs zu machen? Oder wie funktioniert das? Vor allem IT, Startups und so Die Szene ist crazy hier Wir haben 500, 600, 700 Jobs offen, jederzeit Es gibt halt nicht so viele Leute in Estland, das ist schon langsam wie in Silicon Valley, wo die Firmen Leute ab der Uni schon anheuern Aber ist das… Ich stell mir das supernerdy vor – ist es nerdy oder ist es eher cool? Es ist nerdy, aber auch cool. Also nerdy ist cool in Estland Ah, ok. Was ich von der Stadt bisher an coolen Ecken gesehen habe, ist auch ganz geil, ganz geil, aber für mich ist dieses coole nerdige immer noch: alle spielen super viele Videospiele, alle kennen sich richtig gut mit Pokémon aus, alle sind so richtige Experten-Nerds. Ist das echt so? Es ist echt so Wir haben Leute, die… Tischspiele? Oder wie heißt das? Ah so, Brettspiele. Genau. Die haben 30, 40 Brettspiele auf dem Tisch, und die gehen ins Brettspiel-Camp Das ist so hipster, das ist schon wieder echt fast peinlich Aber gibt’s was anderes vielleicht, was typisch estnisch ist? Oder wie sind die Leute so drauf? Ernst, ganz trockener Humor. Normalerweise, wenn jemand kommt und irgendwas fragt, ein Tourist, immer freundlich, aber immer für sich selber. Ja, nordisch halt Und wie das am Kneipenabend so ist, wird nach dem dritten Bier auch noch mal über Politik gesprochen 1993 sind die Sowjets aus Estland quasi abgehauen

Und wir fragen uns immer, gibt es da noch so einen dunklen Schatten, der hinterherhängt, ist es noch so, dass man als Este die dunkle Vergangenheit, die Horrorgeschichten hört, oder wie fühlt sich das an? Als Este, heute? Es hängt von der Generation natürlich ab Zum Beispiel meine Generation und älter die waren ja da, die haben alles mitbekommen Und es gibt eigentlich ganz, ganz viel Russen-Hass und es gibt auch ganz viele Probleme deswegen Und Leute haben immer Vorurteile gegen Russland und gegen Russen Momentan wird es sehr heiß diskutiert, ob man nur auf estnisch lehren sollte oder nicht. Weil, momentan gibt es estnische Schulen und russische Schulen und es wird sehr heiß diskutiert. Spannend! Ja, gut, in diesem Sinne… Cheers! Oh Gott, Frischluft! Gut! Marilyn will uns noch eine weitere Kneipe zeigen. Im Szeneviertel Kalamaja Hier gibt es nicht nur Bier, sondern angeblich auch ganz schön patente Snacks Das hier ist jetzt echter authenitischer estnischer Kartoffelsalat Marilyn sagt, ihre Mutter macht es noch ein bisschen besser, aber wir probieren, ob der hier auch was kann Und er kann was. Hmmmm! Sehr gut! Lecker? Käse auf Sandwich – was kann man da falsch machen? Marilyn ist jetzt der Meinung, dass wir sehr, sehr dringend noch Kepsikakook oder sowas essen müssen das ist so eine Art Kekskuchen, also den die damals in der Sowjetunion sehr viel gegessen haben, deswegen Keks, Sahne, Keks, Marmelade, Keks, Schokolade Und mit vollem Bauch und sehr zufrieden machen wir uns langsam auf den Heimweg Ein neuer Tag in Tallinn und endlich haben wir mal Glück mit dem Wetter, die Sonne scheint, es ist direkt wunderschön, und wir sind heute auf dem Weg nach Telliskivi, das ist das Hipster-Viertel quasi von Tallinn ein ehemaliger ich glaube, Güterbahnhof, oder Waggons wurden da gebaut, irgendwie sowas und jetzt ist es ein ganz hippes Viertel, es gibt Technik-Startups, es gibt sehr viel Street Art coole Cafés, hippe Burgerläden, wahrscheinlich wie man das so kennt und heute sogar ein Flohmarkt. Wir versuchen da mal, ein schönes Street-Art-Gemälde zu finden, Das sich auf Instagram gesehen habe, denn dieses ganze Viertel sieht auf Instagram natürlich wunder-wunderschön aus. Wie es wirklich ist und ob es wirklich so hipp ist, wie wir denken – schaun wir mal *Musik* Telliskivi heißt übersetzt auf deutsch “Ziegelstein”. Zu Sowjetzeiten wurden hier Eisenbahnen repariert. Seit 2007 entwickelt sich das Viertel zum kreativen Zentrum Tallinns. mit Startup-Büros, Shops und fast 600 Veranstaltungen und Konzerten pro Jahr. Also man sieht irgendwie direkt, das sieht schon mega hip aus, das sind alte Backsteingebäude, überall ist Kunst an den Wänden, es gibt einen Flohmarkt, sieht total anders aus als die Altstadt, die wir schon gesehen haben und mir gefällt’s richtig gut Auf dem Flohmarkt findet man hier alles mögliche, Klamotten, Schmuck, Werkzeuge, aber auch Pilze und sogar Waffen. Nicht wirklich der typische Hipster Flohmarkt. In der Nähe des Flohmarktes gibt es noch eine Antiquitätenhalle. Hier gibt es immerhin alte russische Uniformen und sogar T-Shirts mit Putin, der auf einem Bären reitet. Ich weiß ja nicht Flohmarkttechnisch also heute wirklich nicht erfolgreich, naja, vielleicht ist einfach russische alte Militäruniformen nicht so mein Geschmack Schade, kein Andenken für mich, aber wir haben in Telliskivi noch eine andere Mission zu erledigen Es gibt ja sehr sehr viel Streetart hier in Telliskivi Und ich habe zwei Bilder herausgesucht, die ich bei Instagram gefunden hab, und wir schauen mal, ob wir die hier irgendwo finden Hier Straßenkunst zu finden, ist wirklich nicht schwer Es gibt sowohl klassisches Graffiti als auch echt aufwendige Gemälde. Hier wird Instagram zum Reiseführer Ich glaube, ich hab’s gefunden, das sieht zumindest sehr danach aus Diese Brücke hier, her und das könnte unser Typ mit dem Steinkopf sein Da oben! Erstes Streetart-Gemälde: check. Und es sieht fast genauso aus wie auf dem Foto Noch schnell ein Beweisbild, und weiter geht’s Hier, komm mal her Ich glaub, ich hab den Hamster gefunden Also, den Schrott an der Wand da zumindest Mega cool, da hat einer aus Schrott wahrscheinlich, aus alten Autoteilen nen Hamster gebaut

Sieht natürlich auch wieder auf dem Foto ein bisschen schöner aus aber mit dem richtigen Filter machen wir das knallig hier Yes! Street Art! Wenn ihr schon mal in Telliskivi seid, solltet ihr auch bei Fotografiska vorbeischauen Hier gibt es Fotoausstellungen weltberühmter Fotografen, und im obersten Stockwerk ein Restaurant mit hübscher Aussicht über Telliskivi und Tallinn Und das kostenlos Was Internet und Digitalisierung angeht, hat Estland auf jeden Fall die Nase vorn Die gehören zu den zwei, drei Ländern auf der Erde mit dem besten Internet, und die Esten können online ihre Ämtersachen erledigen, also Papierkram, Verträge abschließen und sogar wählen online Überall in Tallinn soll es WLAN-Spots geben, die offiziell sind und frei zugänglich, wo man kostenlos surfen kann Ich habe auf meinem Telefon jetzt aber in diesem Viertel gerade keinen davon gefunden Beim mobilen Internet ist es allerdings super gut, also hier gibt es sowohl in Tallinn selbst als auch außen superschnelles Internet Wir waren gestern ja an so einem U-Bahnhof… Wir waren gestern ja an so einem U-Boot-Bahnhof und selbst da, wirklich mitten in der Walachei, gab es superschnelles Internet Also, Hut ab, Estland – nicht schlecht Mein Fazit zu Tallinn: es ist eine wunderwunderschöne Stadt, aber auch so ein bisschen zwiegespalten: einerseits sieht man überall Spuren von den Sowjets und manchmal kriegt man das Gefühl, dass den Leuten das auch so ein bisschen noch nachhängt, diese dunkle Vergangenheit vielleicht sogar, und auf der anderen Seite gibt es ganz viele junge hippe Leute, gerade so Technikfreaks, die hier mega viele Startups gründen und wirklich was reißen, und instagramtechnisch ist es wirklich eine Goldgrube, man hat die wunderschöne Altstadt, wo man die klassischen Hotspots anschauen kann, aber auch drumherum gibt es super schöne Ecken, es ist auf jeden Fall eine Reise wert Bevor wir uns auf den Heimweg machen, schauen wir aber nochmal im Noblessner Viertel vorbei. Früher wurden hier Schiffe gebaut, heute findet man fancy Architektur, Cafés und Galerien, auch insgesamt 200 Wohnungen gibt es hier. Die gehören allerdings zu den teuersten in Tallinn. Die meisten dieser Gebäude sind kaum drei Jahre alt Das war es für heute von Looks Like aus Tallinn. Ich hoffe ihr hattet genauso viel Spaß beim Mitreisen wie wir, und wenn es euch gefallen hat dann lasst auch gerne mal ein Kommentar da und abonniert unseren Kanal, und dann sehen wir uns hoffentlich das nächste mal wieder bei Looks Like auf WDR Reisen