Land Art – Biel- Bienne 2015 (Suiza)

Ich heisse Kardo Kosta, bin von Geburt her Argentinier, von Familie Katalane, und nun von Adoption Schweizer Ich bin der Initiator und künstlerischer Leiter der Land Art von Biel-Bienne Das Projekt hat vor vier Jahren begonnen Wir waren vier Personen und die Idee war, gemeinsam Installationen im Wald zu machen Im zweiten Jahr nahmen 7 Personen teil, im dritten 14 Personen, und dieses Jahr sind wir 35 Teilnehmer Unser Anliegen ist es, zusammen zu kommen, da die aktuelle Gesellschaft leider dazu führt, und das gilt auch für den Künstler, sich im Egoismus zu verschließen Jeder zieht sich in seiner eigenen kleinen Welt zurück und nichts wird geteilt und das ist sehr deutlich im heutigen Europa, im Gegensatz zu Südamerika wo man das Kollektiv lebt Die eigentliche Energie der Künstler ist es, mit anderen Künstlern zusammenzukommen Seit dem ersten Jahr wird das meiste ohne Geld veranlasst, d.h. das Geld wird vom Künstler selbst mitgebracht, und ich sage immer, dass in Krisen Zeiten jene, die am meisten geben, die Künstler sind Dieses Jahr zudem wurde der Bözinger Wald von den Künstlern gereinigt, weil wir in den Wald eindrangen, um das Werk zu machen und das geht gut mit der Schweiz, weil es die erste grundlegende Regel ist, dass man lernt zu reinigen Die Idee ist, Aktionen in der Natur zu veranlassen, was dem Prinzip der Land Art entspricht, aus den Museen zu gehen und in der Natur zu installieren Zusätzlich laden wir Künstler aus der Musik-, Theater-, und Tanz Szene ein Es sind Kunst-Installation in einem anderen Kontext, einem Kontext, dem die Menschen normalerweise nicht begegnen

Meine Vorstellung ist es, dass die Menschen zu Fuß durch den Wald gehen und auf Werke stoßen, und von dort aus sehen sie immer mehr, das ist meine Vision, die ich von der Kunst aus zu vermitteln versuche Wir sollen nicht den Menschen beibringen, wie man Kunst zu sehen hat, sondern die Menschen sollen es spüren,es fühlen In der Natur ist es interessant, ein Werk zu betrachten, , manchmal verbunden mit Materialien die in der Natur gefunden wurden, oder Fremdkörpern Das ist der rote Faden Die Künstler kommen, sagen mir ihre Vision / Idee, wir reden darüber, wenn möglich, wird es im Wald umgesetzt Dieses Jahr haben wir einen Verein gegründet und verteilen in der Gruppe die verschiedenen Aufgaben Ich kümmere mich weiterhin um die künstlerische Leitung Da es 35 beteiligte Künstler plus Musiker sind und vieles mehr zu beachten ist, braucht es auch eine Menge Leute um es zu organisieren Und vieles auf lateinamerikanische Weise ohne viel Geld, mit dem, was wir haben, und das ist anziehend für die Menschen und Künstler hier Im Prinzip lernen sich die Künstler bei derer Ankunft kennen, oder vom Vorjahr Der Kontakt ist besonders bereichernd, denn es gibt Künstler aus Österreich, Deutschland, Argentinien, Spanien, Ecuador, Kuba, Kanada , der Schweiz und Thailand Es ist ein internationales Treffen, mit einer tollen Mischung aus Sprachen, Rassen, kulturellen Konzepten und vor allem verschiedenen Generationen Die heutige Gesellschaft trennt zwischen den Generationen, die Alten mit den Alten und die Jungen mit den Jungen Wir schaffen die Möglichkeit, dies zu vermeiden, und sie sind zusammen,denn es kann jede Generation von der anderen lernen Eine Woche vor der Vernissage treffen die Künstler ein und starten ihre Installation

Sie kommen zu unterschiedlichen Zeiten und Tagen, je nach ihrem Plan Während der Arbeitswoche kann der Besucher und Wanderer die Künstler bei der Arbeit sehen Ein weiterer Aspekt der mich interessiert Nämlich zu sehen wie ein Werk entsteht. Die Kunst ist oft elitär, sie führt dazu, die Leute von den Künstlern zu trennen und es ist viel einfacher diese zu verkaufen oder eben Dinge zu verstecken, anstatt die Wahrheit zu sagen Das diesjährige Thema war das Gleichgewicht, der Körper und die Natur Die Themen sind jeweils politisch, sozial oder aktuell in Zusammenhang mit der Natur Alle beteiligten Künstler sind im Grunde meine Freunde und sie kommen, weil sie ein Projekt mit mir erleben wollen, und ich sie einlade. Aber sie müssen vieles aus eigener Tasche bezahlen, auch die Reise in die Schweiz, und ihrerseits laden sie andere Leute ein. Leute die etwa die selbe Charakteristik haben Manifest: Punkt 1: wir haben den Wald zur Verfügung, wir die Künstler, zwei Krähen von Van Gogh, und es geht darum uns zu treffen um in Harmonie zu kreieren Punkt 2: ist die Vereinigung von Generationen, Geschlechtern, Sprachen und Ländern Diese Verflechtung bildet den kulturellen Austausch und bereichert durch die Mischung Punkt 3: Die Land Art, Biel-Bienne Zone, wird zum Demiurgen Bereich erklärt, also einer Zone wo mit dem, was wir haben kreiert wird Punkt 4: unsere offizielle Währung ist der Neuro, wir zahlen mit Intelligenz

Punkt 5: Für die Beschriftung des LandArt Pfades und generell wenn immer möglich, wollen wir entgegen der Gesellschaft durch Anwendung von Kreativität und Recycling neue visuelle Mittel vorschlagen Punkt 6: Weniger Waffen und mehr Land Art Punkt 7: Das Gebiet wird als “Alpine Nichtstun Zone“ erklärt Punkt 8: Wir schätzen den Fehler. Durch ihn lernen wir und sind freier, um uns weiter zu entwickeln und neue Wege finden, Dinge zu tun Der Tag der Einweihung war sehr emotionell

Die Menschen zu Fuß vor den Werken im Wald und beim beobachten der Musiker, im Gespräch mit den Künstler und die Leute waren sehr glücklich, fühlten sich sehr wohl in dieser Parallelen Welt, nur ein wenig weiter weg von den Fabriken von Biel Man merkt es ihnen an, dass die Künstler eine große Freude haben dabei zu sein, weil sie wissen, es ist eine andere Art, die Dinge zu tun, nämlich harmonisch und sorglos, und das ist es, worauf ich hartnäckig insistiere