Uckermark: Natur und Seen | WDR Reisen

Deutschlands Nordosten ist wunderschön So viel Grün und ganz viel Wasser Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR Wir sind heute in der Uckermark Woran denken Sie bei der Uckermark? Kommt Angela Merkel her Außerdem gibts viel Gegend, richtig viel Grün, wilde Tiere, die oft noch frei rumlaufen Kommen Sie mit in das Land, in das die Kraniche ziehen Und wo die Störe bald wieder durch die Flüsse wandern Die Uckermark liegt nordöstlich von Berlin an der Grenze zu Polen Außerdem bereisen wir den Landkreis Barnim Wir sind im Land der Markgrafen und Pommerschen Lehnsherren Wo man im Urlaub auch ein bisschen wilden Osten erleben kann Wer weniger Show und mehr Ruhe braucht, macht Wassersport, oder schwingt sich aufs Fahrrad Tolle Radwege durchziehen das Land Wir laden Sie ein zu einer Reise durch die Uckermark Einen Überblick verschaffen wir uns erst mal von oben Fyn, mein Pilot, ist nicht weit von hier geboren Er darf seit einem Jahr so ein Leichtflugzeug fliegen * Musik * Dahinten ist schon Polen Das ist die Oder, und das ist schon Polen Wir befinden uns hier im Nationalparkgebiet “Unteres Odertal” * Musik * Und dann sind wir im Anflug auf eine riesige Industrieanlage Hier endet die Öl-Pipeline aus Sibirien, die längste der Welt (Fyn) Da siehst du die Raffinerie in Schwedt, PCK Der größte Arbeitgeber in der Uckermark Etwas 10% des Benzins in Deutschland werden hier hergestellt Ist gigantisch, ne? – Ja, wie ne Stadt Was gefällt dir am besten an der Uckermark von oben? Die Stadt Angermünde, meine Heimatstadt natürlich * Musik * Wie sind denn die Menschen hier so? Bis die Uckermärker aus den Puschen kommen, dauert es Aber dafür machen sie es dann ordentlich Die sind dann auch penibel – Ja? Die wollen alles exakt machen und sehr genau Und sie wollen immer recht haben * Musik * Der Fyn hat das gemacht wie ein alter Hase Obwohl er erst seit einem Jahr fliegt Herzlichen Glückwunsch, du hast es überlebt Hattest du Zweifel? – Nö, zu keinem Zeitpunkt Meine Reise auf dem Boden beginnt im Westen der Uckermark Und zwar in Boitzenburg, wo die Apfelgräfin wohnt In Lychen machen wir eine Floßfahrt Da die Uckermark so dünn besiedelt ist, kann man hier herrlich Fahrrad fahren Es gibt den Uckermark-Rundradweg, die Seentour, die Klostertour Und auch ein Stück des Oder-Neiße-Radwegs geht durch die Region * Musik * Auch Boitzenburg erhielt, wie das berühmte Neuschwanstein in Bayern, erst Ende des 19. Jh. sein heutiges Design: Neo-Renaissance Die 1. Burg an dieser Stelle gab es aber schon im 13. Jh 300 Jahre war das Schloss im Besitz der bekannten Adelsfamilie derer “von Arnim” Heute sind in dem Gebäude eine Jugendherberge und ein Familienhotel untergebracht

Und an den Wochenenden wird hier gerne geheiratet Durch den Schlosspark geht ein toller Wanderweg, genannt der “Boitzenburger” Es gibt den kleinen, 9 km lang, und den “Großen Boitzenburger”, gute 20 km Hier findet man überall steinerne Zeugnisse der Vergangenheit Auch Erinnerungen an die Familie von Arnim, der das Schloss bis 1945 gehörte Hier in diesem Pavillon sollen die Adeligen geheiratet haben Und man kommt an der Begräbnisstätte der Familie vorbei In der DDR wurde das alles hier natürlich zu Staatseigentum Einer der von Arnims ist nach der Wende in die alte Heimat zurückgekommen Der Graf wohnt mit seiner Gräfin heute mitten in einem Apfelanbaugebiet 4 km vom Schloss entfernt Graf und Gräfin von Arnim führen hier einen landwirtschaftlichen Betrieb Schon an der Dekoration im Eingangsbereich merkt man, was hier verkauft wird Das war das Erste, was ich gesehen habe, als wir hier auf den Hof gekommen sind, diese Vase Das will ich nachmachen – Ja schön, machen sie das Haben Sie sich das selber ausgedacht? – Ja Die sind ja auch süß. Haben Sie die auch selber gemacht? – Ja Die anderen sind von den Waschbären gerade abgefuttert worden Die hab ich echt bekämpfen müssen Die waren ein paar Nächte da und haben immer wieder die Äpfel hier abgerissen und gefuttert Und es sah alles total versaut aus Dann haben wir gesagt, jetzt nehmen wir die Äpfel rein Dann hab ich eine Falle aufgestellt und ein paar Äpfel dran Und wirklich 10 min, nachdem wir die aufgestellt hatten, hatten wir den ersten gefangen Wie fängt man Waschbären? Weißt du, ob du das erzählen darfst? – Ja, natürlich Es war eine Lebendfalle Das denke ich mir doch Eine Kastenfalle, die zuschlägt, und dann kann man den Waschbären wegfahren – Zum Nachbarn Und wieder aussetzen im nächsten Apfelbaum, aber nicht bei uns an der Deko Darauf einen Apfelkuchen im Hof-Café Und es gibt natürlich auch köstlichen Apfelsaft Alles selbst gemacht Daisy Gräfin von Arnim packt bei der Produktion gerne selbst mit an Heute wird Apfel-Chutney gemacht, mit Zwiebeln und allerlei Gewürzen Sehr lecker zum Käse Also wenn man hier nichts für den Rucksack findet, dann weiß ich auch nicht Die sieht schön aus Bitte sehr – Die sieht auch alt aus Ja, ich weiß nicht, vielleicht ist es auch ein DDR-Modell Als ob es die schon länger gibt – Genau Kommt für Sie in den roten Rucksack: eine Apfelreibe aus Lichtenhain, von der Apfelgräfin Das ist nicht irgendeine Reibe Vor rund 20 Jahren begann Daisy von Arnim mit dem Aufbau ihres Apfelbetriebes Sie hatten so was noch nie vorher gemacht? – Noch nie Voll aus dem Muspott Wüsste ich auch nicht, wie das geht Aber manchmal muss man einfach anfangen Und dann ist man ja in so ner Leidenschaft, in so nem Ding drin Ich hab jedenfalls überall nur Äpfel gesehen, auch hier in der ganzen Gegend Und die Menschen sind gekommen und haben mir die Äpfel einfach vor die Tür gestellt Und so ist das Geschäft entstanden Ich war hoffnungslos überfordert mit den ganzen Äpfeln Doch schon bald wusste sie, mit den Apfelmassen etwas anzufangen Daisy Gräfin von Arnim begann zunächst mit einer mobilen Mosterei Sie zog mit wenigen Mitarbeitern über die umliegenden Dörfer und presste vor Ort Apfelsaft Später fand die Produktion in einem Nebengebäude des Hofes statt Das war der Beginn der Mosterei “Haus Lichtenhain” Immer mehr Menschen aus dem Dorf fanden hier Arbeit Wichtig für die Gegend Mit dem Apfelgeschäft hat die Gräfin etwas neu aufgegriffen, was hier schon eine lange Tradition hatte Zu DDR-Zeiten ist das dann auch sehr kultiviert worden mit dem Apfelanbau Dann gab es in der Allee markierte Bäume, sodass jeder wusste, das ist mein Baum Oder das ist der von meinem Nachbarn, den darf er ernten und nicht ich Ach so, jeder weiß genau, wem was gehört Ja, das war also tatsächlich ein Stück Versorgungssicherheit Man weiß ja, jeden Tag ein Apfel, und du brauchst keinen Arzt – Ja Und meine Frau hat eben dieses Unternehmer-Gen Man kann sie überall hin verfrachten,

und sie würde dort ein Unternehmen aufbauen Und wussten Sie das vorher, oder wissen Sie das erst jetzt? Ich wusste das nicht Ich wusste nur, es ist die Richtige Und es ist mein Hauptgewinn – Ach wie schön Bis 1945 gehörten dem Boitzenburger Zweig derer von Arnim riesige Ländereien Hans-Georg von Arnim war im Dreißigjährigen Krieg einer der bedeutendsten Feldherren Weitere von Arnims wurden später preußische Minister oder hatten andere bedeutende Posten im Staatsbetrieb inne Im Boitzenburger Schloss empfing die Familie sogar den Kaiser und die Kaiserin aus dem nahen Berlin Der letzte Schlossherr Joachim Graf von Arnim und seine Ehefrau Luise flüchteten 1945 vor den anrückenden russischen Truppen Der gesamte Besitz ging in das DDR-Volkseigentum über, das nach der Wiedervereinigung von der Treuhand-Gesellschaft verkauft wurde Den Hof Lichtenhain haben Michael und Daisy von Arnim 1997 gekauft Und hier gehen Sie tatsächlich baden? Ich hätte schon seit März schwimmen müssen. – Jaja Wenn ich sage, bis Oktober schwimm ich Ihr Vater ist auch noch auf Schloss Boitzenburg geboren? – Jawohl Und warum sind Sie, obwohl Sie nicht hier großgeworden sind, hier wieder hergezogen? Wie bei so vielen Familien ist das bei uns total lebendig gehalten worden: Bilder, Erzählungen, Geweihe an den Wänden Alles hat immer darauf hingedeutet, auf diese Vergangenheit, auf diese Heimat Das ist in uns so wach gehalten worden, dass es für mich Heimat gewesen ist, obwohl ich hier nicht aufgewachsen bin Sodass für mich ziemlich klar war, als die Wende kam: Hier möchte ich wieder her Hier hat meine Familie Hunderte von Jahren gelebt, hier hab ich gespürt, sind meine Wurzeln Und als wir zusammen umgezogen sind und mit dem Auto nach Lichtenhain eingefahren sind, spürte ich so ein “hier bin ich angekommen” Wie schön Meine nächste Station ist Lychen Dahin brauche ich mit dem Rad eine gute Stunde * Musik * Und was unternimmt man an so einem Ort? Eine Möglichkeit ist Paddeln mit Marcus Thum, der hier die Boote verleiht Hier fahren wir gerade über den Küstrinchener Bach Himmlisch, diese Ruhe Schau mal, das ist ja wie ein Tor Ja, schön, ne? Die stehen da wie so ein Liebespaar, die Bäume Wer weiß, was da läuft – Jaja * Musik * Und mit welchen Booten kann man hier gut rumfahren? Was verleihst du da alles? Na ja, vorzugsweise sind das schon diese Modelle hier, wo wir jetzt drin sitzen, diese Kajaks Die sind mittlerweile alle so gutmütig gestrickt, dass auch größere oder beleibtere Herren gut klarkommen Schon sitzen wir auf – Bleib sitzen Ich werd hier mal ganz den Gentleman machen Wir sind aufgelaufen – Tja, zu dick Das ist der niedrige Wasserstand, den wir haben Ja, also War schön mit dir – Es war schön, Marcus Ich lass dich treiben – Und dann? Ich verabschiede mich Wenn der Bach weniger als 30 cm Wasserpegel hat, kanns schon mal passieren, dass man stecken bleibt Toll, wenn man so ruhig dahingleitet, man sieht so viele Tiere Marcus macht mich auf die Libellen aufmerksam Hier flattern gerade jede Menge, diese Kleinen “Blaugebänderte Prachtjungfer” heißt sie, glaube ich Das sind die männlichen Exemplare Wenn man da zur richtigen Jahreszeit kommt, das ist ein bisschen wie im Paradies jetzt (flüstert) Stimmt Nach knapp 1 h kommen wir zum Oberpfuhl-See

Ich hab ja immer das Gefühl, wenn ich so eine Weile paddel, ich könnte ewig jetzt paddeln Ja, man kommt dann irgendwann in so eine Trance rein Ja, das ist echt wie eine Trance, dass ich denke, jetzt einfach hier bleiben Man kann hier wunderbar dümpeln lassen auch Und die Beine reinhalten ins Wasser * Musik * Das ist ja klasse hier Jetzt fahren wir mitten durch den Ortskern von Lychen In der alten Mühle gibt es einen Übergang in das nächste Gewässer, auf dem man weiterfahren kann Ja, das geht kinderleicht hier Also selbst mit schwer beladenen Booten kann man hier Lass mich mal – Ja, willst du? Nur schön festhalten Das fängt an, hier schnell zu werden Kannst auch hinten festhalten Ich muss ja nur festhalten – Nur noch hier runterrollern Früher war Lychen mal eine Flößerstadt Das Holz aus den Wäldern wurde von hier über Flüsse und Seen bis nach Hamburg und Berlin gebracht, mit riesigen Flößen Heute gibts wieder große Flöße in Lychen für Ausflugstouren rund um die Seen des Ortes Bis zu 100 Personen dürfen auf einem mitfahren Ganz bequem, sogar mit Toilettenhäuschen Der Kapitän, Henning Storch, fährt nicht nur Floß Im Hauptberuf ist er Musiker * Alphorn * * Musik * Das wird ein Tag für Frühaufsteher Erst bin ich im Tierpark Schorfheide In Finowfurt werde ich später ein Solarboot ausprobieren Danach gehts von Eberswalde nach Niederfinow zum Schiffshebewerk * Musik * Im Tierpark Schorfheide leben Arten, die hier in der Gegend heimisch waren, z.B. Wölfe Davon gibts übrigens mittlerweile auch wieder ein paar frei lebende Exemplare in der Uckermark Imke Heyter, die Besitzerin des Wildparks, ist ein großer Wolfsfan Ich treffe mich mit ihr zur Fütterung am Gehege Was haben wir denn Leckeres? Es gibt heute Rindfleisch und noch ein bisschen Innereien Das essen die jeden Tag, so einen Eimer? Nee, nur alle 2 Tage Die kriegen alle 2 Tage Essen? – Genau Wir werden aber vielleicht noch einen Handschuh mitnehmen Ah ja, vielleicht besser Sonst spricht keiner mehr mit mir Das kriegt man wahrscheinlich erst nach Wochen unter den Fingernägeln wieder raus Imke kennt ihre Wölfe ganz genau, denn sie und ihre Mitarbeiterinnen haben die Tiere alle selbst großgezogen Und zwar in Imkes Wohnzimmer Die hier stammen aus einem Zoo Als Babys sind sie hergekommen und haben sich so sogar ein wenig an den Menschen gewöhnt * Musik * Alle 3 h gabs die Flasche, auch nachts Im Aufzuchtgehege haben sie sich an den Waldboden gewöhnt

Aber erst als die Kleinen auch Fleisch gefressen haben, konnte Imke sie zu den Altwölfen ins Gehege setzen Die Wölfe haben den Menschen zwar nie als Feind erlebt, aber vorsichtig muss man natürlich trotzdem sein Okay, ich bin ja weit weg Genau, jetzt nimmst du einfach ein Stück Fleisch und wirfst es möglichst weit rein Guck mal, der Alte da, der hat noch nichts bekommen, weil die Kleinen Ja, hier sieht man sehr schön, dass Kinder vorgehen bei Wölfen Dass also die Altwölfe durchaus dulden, dass die Jungwölfe zuerst ans Futter gehen Sie sind eben doch wesentlich sozialer, als oft angenommen wird Ich hab hier ein halbes Tier Wer hätte das denn gerne? (Imke lacht) Schleudern Sie ein halbes Tier Was machen beruflich? Halbe Tiere schleudern Oh, schau mal, jetzt hat der Alte gewonnen Jetzt erst mal ab ins Gebüsch damit Ihr schlingt ja Ein Wolf braucht bis zu 2 kg Nahrung, kann aber bis zu 10 kg auf einmal in sich rein tun Es ist aus meiner Sicht eine faszinierende Tierart, deren Ruf auch viel schlimmer ist als der eines jeden anderen Wildtieres Ich mags gerne, dass die den Besuchern zeigen, wie sie sind Dass das nicht die reißenden Bestien sind, für die sie oft erklärt werden Normalerweise haben Wölfe Angst vor Menschen, fliehen also Aber leider fressen sie auch gerne unsere Nutztiere Einen für den Rucksack Für alle, die sich jetzt so wie ich ein bisschen in die Wölfe verknallt haben Und wie viele Tiere hast du? – 249 Du weißt immer genau die Zahl? – Ja Und hast du ein Lieblingstier? Ich mag Elche schon ziemlich gerne, aber jetzt nicht so Nee, nicht so wirklich Hier ist unser flächenmäßig größtes Gehege, 24 ha So groß wie der Zoo in Berlin, und ich hab da 7 Pferde drauf Und wir arbeiten mit extrem großen Gehegen Unser Produkt ist nicht eine reine Tierpräsentation Wir wollen das Tier, was früher mal in der Schorfheide heimisch war oder ist, in der Landschaft zeigen Pferdchen? – Mal gucken, ob sie kommen Manchmal kommen sie, wenn sie Lust haben Die kennen dich alle, oder? – Ja. Maya, Max. Merlin Kommt mal bitte her Maya, Max – Wie Willi Kommt mal bitte her? Na kommt Na schau Das ist eine ganz alte osteuropäische Pferderasse, die übrigens in Dülmen auch sind Ach, die Dülmener Wildpferde Das sind die? – Ja Da sieht man, dass die eine ursprüngliche Pferderasse sind Die haben einen durchgehenden Aalstrich – Einen Was-Strich? Einen dunklen Strich auf dem Rücken, der aussieht, als hätten sie einen Aal auf dem Rücken Komm noch mal ein bisschen näher Ein schöner Aalstrich Siri sieht man die Strapazen der Geburt an – Ja, auf jeden Fall Doch noch leicht unförmig, der Körperbau Aber dafür hat sie ein süßes Fohlen Wie heißt das? Der hat noch keinen Namen, kleiner Hengst Ach der ist ja süß Hast du denn ne gute Idee für einen Namen für ihn? Er ist ja wunderschön – Ist er, auf jeden Fall, ne? Ist auch ein guter Name für einen Mann, oder? Tausendschön gibts ja als Namen Warum sollte man nicht auch Wunderschön heißen können Schon hat das Pferd einen Namen Echt, machst du das? – Ja Oh, der kleine Wunderschön Du heißt Wunderschön, Schätzchen – Ach wie süß Jetzt gibt es einen Wunderschön-Hengst Wir wünschen ihm ein langes und schönes Leben im Tierpark Schorfheide * Musik * Hier gibt es Solarboote, selbstgebaute

Sie gehören dem Fifu-Club, so heißt das Jugendzentrum hier in Finowfurt Der Leiter des Jugendzentrums, Joschi Bauer, hat das Ganze eingestielt, vor 5 Jahren Unser 1. Boot fuhr mal 6 km/h Unser letztes Boot fährt mittlerweile 20 km/h 20 km/h? Das ist ja schon was Wie kompliziert ist es, so was zu bauen? Es sieht für mich als Laien einfach aus Tatsächlich ist es genau so einfach Wie wir sehen, haben wir hier immer vorgefertigte Bootskörper genommen Das war mal von einem Senior, der gesagt hat: Könnt ihr haben Haben wir eine Solarzelle draufgebaut und einen Motor drangemacht Wenn die Sonne nicht scheint, haben wir einen Akku drin Dieses Boot z.B. fährt 7 km/h aus reiner Sonne Bei dem Licht heute fahren wir 7 km/h, ohne Energie zu verbrauchen, aus den Akkus Das ist doch cool Wir können damit gut Wasserwandern und verbrauchen keine Energie Die Uckermark ist ein Treffpunkt für Solarbootfahrer Auf dem Werbellinsee, rund 10 km von Finowfurt entfernt, finden regelmäßig Solarboot-Regatten statt * Musik * Tschüs Supernett Die Jugendlichen aus Finowfurt lassen mich auch mal fahren Das ist ne gute Geschwindigkeit, oder? – Ja Du lenkst nicht – Echt nicht? Doch Joschi muss noch ne Schraube nachdrehen Das hat so ein bisschen Leerlauf So, jetzt ist es fester Probier mal – Ah ja Jetzt müssen wir bloß aufpassen, dass wir nicht kollidieren Das ist cool Der Finowkanal, auf dem wir fahren, ist Deutschlands älteste noch schiffbare künstliche Wasserstraße Sie wurde hier schon im 17. Jh gebaut, um Güter zu transportieren Heute wird der Kanal nur noch von Sportbooten genutzt Eberswalde galt wegen seiner vielen Fabriken im alten Preußen als das “märkische Wuppertal” Und auch zu DDR-Zeiten war der Ort ein wichtiges Industriezentrum Schlagzeilen machte Eberswalde 1913, als bei Bauarbeiten ein Goldschatz aus der Bronzezeit entdeckt wurde Er ist wohl der bedeutendste vorgeschichtliche Goldfund in Deutschland An der Fundstelle ist eine Kopie des Schatzes zu sehen Das Original verschwand nach dem Zweiten Weltkrieg und lagert heute im Moskauer Puschkin-Museum In Eberswalde gibt es als weitere Besonderheit Oberleitungs-Busse, die mit Strom fahren Und es gibt, um mal von der Technik wegzukommen, hervorragende Spritzringe, die angeblich hier erfunden wurden, von einem Eberswaldener Konditor Der ließ sie von “Spritzkuchen-Jungen” am Bahnhof verkaufen und soll damit reich geworden sein Wir besuchen den Metallbildhauer Eckhard Herrmann, der im Spaß behauptet, er sei in Eberswalde der Letzte aus der Metallbranche Früher stand hier ein riesiges Walzwerk Es wurde abgerissen für die Landesgartenschau in 2002 Stattdessen entstand ein Familiengarten Besonderes Highlight hier: Die Fahrt mit dem Tretboot durch die unterirdischen Betriebsarchen Hier wurde früher das Wasser aus dem Walzwerk aufgefangen * Musik * Am Finowkanal kann man prima auch mit dem Fahrrad entlangfahren Ich mache mich auf den Weg nach Niederfinow, wo der Finowkanal in den größeren Oder-Havel-Kanal mündet Dort steht das älteste noch arbeitende Schiffshebewerk Deutschlands Rechts sieht man den Neubau, links das alte, 1934 fertig gestellte Hebewerk Es ist heute ein geschütztes Industriedenkmal Darin werden die Schiffe 36 m rauf- und runtergefahren,

wie in einem Fahrstuhl Jedes Jahr kommen rund 150.000 Besucher und schauen sich das Schauspiel an Viele von ihnen fahren mit dem Ausflugsschiff hier ein Und wenn man drin ist, gehts mit dem Schiff nach oben oder nach unten 5 min lang hebt oder senkt sich der 85 m lange Trog und bewegt dabei über 4.000 t Gewicht Aber angetrieben wird das Ganze von nur 4 kleinen Motoren Wir haben jetzt hier 4-mal 75 PS direkt hinter mir Ein Motor mit 75 PS, das Ganze 4-mal Und die bewegen den Trog Das ist ein Hebewerk, das auf dem Gleichgewichtsprinzip beruht D.h. der Trog und die Gegengewichte sind immer gleich schwer Somit ist die Kraft, die aufgebracht wird, nur die Massenträgheit, das in Bewegung zu kriegen Deshalb so eine geringe Antriebsleistung Bei der Ausfahrt kann, wer möchte, noch eine Dusche mitnehmen Wer das nicht will, lieber reinsetzen * Musik * Ich radele zurück durch die Abendsonne Es scheint zu stimmen: Die Uckermark, sagt man, gehört zu den sonnenreichsten Gebieten in ganz Deutschland Morgen gehts in einen ganz besonderen Wald, den Grumsin, und danach ins Eiszeit-Museum in Ziethen In Brodowin lernen wir die Uckermark als Standort für biologische Landwirtschaft kennen Und wir schauen uns in Angermünde um Der Grumsin ist ein Buchenwald So sah der größte Teil Deutschlands vor und nach der Eiszeit aus, bevor die Menschen die Wälder abgeholzt und bewirtschaftet haben Der Grumsin, das wurde nach der Wende beschlossen, darf heute nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden Er soll sich langsam wieder zu einem westeuropäischen Urwald entwickeln Die UNESCO hat den Grumsin 2011 zum Weltnaturerbe erklärt 1/6 des Waldes darf man überhaupt nicht betreten Die Tiere freuts * Musik * Ich wandere natürlich nicht allein durch diesen Naturschatz Bei mir ist Roland Schulz, der im Grumsin als Naturführer arbeitet Der deutsche Urwald besteht v.a. aus Buchen, erklärt er mir Denn die setzen sich auf Dauer gegen andere Bäume durch, z.B. gegen Eichen Hier beginnt die Urwaldentwicklung Urwald heißt: ganz viele dicke, uralte Bäume, bis 550 Jahre alt, kleinere, mittelkleine, und ganz junge Und das alles gemischt durcheinander und ganz viel Totholz Denn das spielt im Ökokreislauf des Waldes eine ganz wichtige Rolle Diese Buche, die sieht noch gesund aus, die hat noch Blätter Aber unten sind schon so Konsolen von Pilzen D.h. in dem Baum arbeiten schon Pilze Die klauen dem die Nährstoffe, die bauen Lignin ab, die bauen Zellulose ab Dürfen die das? – Die dürfen das, das gehört dazu Der Baum wird vielleicht in 10, 15 Jahren abgestorben sein Dann fällt er hin, wir brauchen ja Totholz, und andere Organismen zersetzen den und machen aus dem wieder Humus Und dort ist dann Platz für eine junge Buche, die eine Lebenszeit von über 500 Jahren vor sich haben kann Das sind die männlichen von den Blüten von den Buchen Die haben Tausende und Zehntausende davon Buchen müssen 40 bis 60 Jahre alt werden Der Förster sagt, dann haben sie ihr Mannbarkeitsalter, dann können sie sich vermehren und die ersten Blüten bringen 40 bis 60 Jahre, muss man auch geduldig sein als Buche Das muss man sein – Aber dann gehts los Werden ja auch älter als wir – Wenn sie dürfen Das ist ja hübsch Hier ist der Schwarze See So ein Ausläufer, der verlandet langsam D.h. der wird Moor-Land, und die Moore blühen im Mai und Juni herrlich Wir sehen hier die Wasserfedern, große Libellen, kleine Libellen * Musik * So ein See, der verlandet, ist ein ideales Brutgebiet für Kraniche

Denn sie bauen ihre Nester im flachen Wasser Da sind sie vor Fress-Feinden wie Füchsen oder Wildschweinen besser geschützt Kraniche brüten möglichst heimlich, sagt Roland Ein heimliches Leben Wie groß ist so ein Kranich-Ei? – Durchaus so Wie ein kleines Straußenei – Wie ein kleines Straußenei Da wird man satt Die haben Spannweiten von 2,20 m, werden 7 bis 8 kg schwer, also das sind richtig stattliche Vögel * Musik * Am Waldrand beobachten wir 2 Raubvögel Hier gibts eine Menge Milane, Habichte und Bussarde und sogar Seeadler Kann ich einen Seeadler sehen? Einen Seeadler sehen, das kannst du Die sind ja fliegende Bretter, 2,40 m Spannweite Die kannst du sehen, weil die für dich Die empfinden dich nicht als Bedrohung Die wissen sich in ihren Höhen so sicher vor dir, die beachten dich eigentlich gar nicht Weil du auch nicht in ihr Beuteschema passt Die möchte ich gerne sehen Also ich bin zu groß, ich schmecke nicht und kann nicht fliegen Schmecken würdest du wahrscheinlich schon Aber du bist zu groß, er kriegt dich nicht Du bist zu kräftig, du kannst dich wehren Das ist einfach der Punkt, dass der dich nicht beachtet Wir laufen hier übrigens auf einer riesigen Endmoräne Das ist das Geröll, das die Gletscher am Ende der Eiszeit zurückgelassen haben, als sie abgeschmolzen sind Was meinst du, wie viele Jahre du da in deiner Hand hältst? Schätz mal mutig Millionen – Mutiger Noch mutiger? – Bis 2 Mrd So alt sind die Granite hier Die kommen von Skandinavien Die sind vor 20.000 Jahren mal schlappe 600 km gereist im Eis mit den Gletschern Ja, spannend, da kriegt man Respekt Die Landschaft der Uckermark wurde durch die letzte Eiszeit geformt Das außergewöhnliche Oberflächen-Relief, das man in dieser Gegend findet, war mit ein wichtiger Grund für die Anerkennung des Grumsin als UNESCO-Weltnaturerbe Die ganze Eiszeit in einem Museum Na ja, gut, ich hab übertrieben Ja, da haben wir unser Mammut Waren die nicht größer? Nee, die sollen nicht größer gewesen sein Es heißt, es ist Originalgröße Ich hab sie mir auch größer vorgestellt, aber soll so gewesen sein Aber die Stoßzähne sind beachtlich, ne? – Ja, das stimmt Die letzten Mammuts sind vor 4.000 Jahren erst ausgestorben, auf der Wrangel-Insel bei Sibirien So lange haben die sich da noch gehalten 4.000 Jahre, ist ja erdgeschichtlich betrachtet nichts Genau, nichts Den gabs hier wirklich bis vor 12.000 Jahren Das war aber kein Säbelzahntiger, eher ein Bär Die Zähne 15 cm lang Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie der damit zugebissen haben soll Aber es muss funktioniert haben Es heißt, dass, wenn so ein männlicher Säbelzahntiger auf Brautschau war, dass die Mädels das dann ganz gut gefunden haben, wenn der lange Zähne gehabt hat Da gehts rein? – Da gehts rein ins Eiszeitmuseum Da ist er ja, der Säbelzahntiger Gucken wir mal in die Endmoräne hier rein, die der Gletscher aufgeschoben hat mit seiner ganzen Eisgewalt Da ist eben nicht nur Erde drin und Sand, sondern da stecken so richtig dicke Felsbrocken drin, Granite Die wir im Wald auch gesehen haben Die wir im Wald gesehen haben Dieses Eis, das 300 bis 400 m hoch war Die haben das locker vor sich her geschoben, in sich drin transportiert: 600 km in 6.000 Jahren Man denkt, die sind echt Sind sie nicht, oder? Aber der wahrscheinlich Auch nicht Die sind aber gut gemacht Man darf das nicht anfassen Nicht anfassen Ach, schau mal, er Das ist ja süß Ich hab ja leider noch nie einen in echt gesehen Du wahrscheinlich schon, ne? In der Abenddämmerung oder frühmorgens Aber wenn die im Wasser sind, dann sieht man nur so viel Man denkt, da treibt irgendwie ein Stück Holz Dabei ist es ein Biber Anfang des 20. Jh. waren diese niedlichen Tiere fast ausgerottet Heute gibts wieder viele davon in der Uckermark Es ist ein großes Tier, 30 kg können die wiegen Und waren früher bei den Mönchen eine sehr begehrte Fastenspeise

Weil es in der Fastenzeit als Fisch bezeichnet wurde, weil sonst hätte es ja keinen Schuppenschwanz gehabt Ach, da hat man sich so – Natürlich * Musik * 220 weiße, deutsche Edelziegen leben hier Streng biologisch Der riesige Hof hat nach der Wende bewusst auf Bio gesetzt und hatte Erfolg Das ist Moritz, oder? Das war Moritz. Komm mal her Jedes Jahr werden hier rund 300 Zicklein geboren Katja von Malzahn leitet zusammen mit ihrem Mann den Betrieb, der dem 400 Einwohner starken Dorf Brodowin eine Menge Arbeitsplätze beschert hat * Musik * Jetzt wird fast gebadet Hier kontrolliert Katja von Malzahn zusammen mit ihrem Stallchef Martin Kube die Melkziegen Jetzt haben sie alle erst mal Angst Da die Ziege immer viel zankt und rechthaberisch ist, haben wir hier die 2. Gruppe Das sind die Zankziegen Die haben wir gesperrt, damit die Verletzungsgefahr minimiert wird Wir brauchen keine Angst haben Aber untereinander sind die wie die Verrückten Da gehen die aufeinander los, mit 3 m Abstand hauen die die Köpfe zusammen Mir wird da immer Angst und Bange: Hoffentlich passiert nix Aber der Schädel scheint dick genug zu sein Das sind die Etagenbetten für Ziegen, das mögen sie so Ziegen klettern wahnsinnig gerne Die klettern überall drauf, überall drüber Die nehmen das unheimlich an Die schlafen da wunderbar, es ist wirklich richtig schön Aus der Ziegenmilch produziert der Biohof Brodowin in der eigenen Molkerei Käse Verkauft werden die Produkte im eigenen Hofladen, aber auch erfolgreich in Berlin und Potsdam Die Idee mit den Ziegenprodukten ist in der strukturschwachen Uckermark eine echte Erfolgsgeschichte Ziegenmilch ist ein schönes Produkt, wird auch eigentlich immer bekannter Auch das Ziegenfleisch schmeckt nämlich köstlich Ziegenfleisch ist sehr fettarm und ist in anderen Ländern eine Delikatesse Bei uns ist das noch nicht so bekannt, ist aber im Kommen * Musik * Die Altstadt von Angermünde ist gut erhalten, denn sie wurde im Krieg kaum zerstört Angermünde ist ein historisches Pflaster, war Schauplatz einer ganz besonderen Gauner-Geschichte Ein gewisser Friedrich Wilhelm Voigt, Schustergeselle aus Ostpreußen, wurde im Januar 1867 auf der Post erwischt, als er dort einen gefälschten Scheck einlösen wollte Genau dieser Voigt wurde später berühmt als “Hauptmann von Köpenick” 1906 rührte der bedauernswerte Gauner die Herzen und belustigte das Volk, ja sogar den Kaiser, weil er als Hauptmann verkleidet das Kommando über einen Trupp Gardesoldaten übernahm Nicht ganz uneigennützig Denn er besetzte das Köpenicker Rathaus, ließ den Bürgermeister verhaften und beschlagnahmte die Stadtkasse Der 1. Film darüber, hier die Bilder, wurde schon ein paar Monate nach dem Überfall gedreht Außerdem wurde die Geschichte schon bald auf Jahrmärkten nachgespielt Der “Hauptmann” musste zwar ins Gefängnis, wurde er aber schon nach 1,5 Jahren vom Kaiser begnadigt Durch diese Popularität brachte es der ehemalige Schustergeselle nach seiner Haft zu einigem Wohlstand Fast 40 Jahre vorher hatte er in Angermünde wegen Scheckbetrugs verzweifelt im Stadtgefängnis gesessen Fremdenführerin Kena Hüsers zeigt uns die Zelle Das ist der Zellentrakt von Wilhelm Friedrich Voigt, dem späteren bekannten Hauptmann von Köpenick Das ist die Zelle 17 hier vorne Hier wurde er inhaftiert 10 Jahre Zuchthaus bekam Schuster Voigt für den Scheckbetrug Dann stand hier ein Bett und ein kleiner Tisch Mehr war hier eigentlich nicht drin Ein historisches Gefängnis, das auch noch in DDR-Zeiten benutzt wurde Die Uckermark hat einige Geschichten zu bieten

Morgen warten neue auf uns Und zwar im schönsten Kloster der Uckermark, in Chorin Wir fahren zum Kaiserbahnhof und nach Schorfheide, wo die Mächtigen aus Berlin ihr Jagdrevier hatten * Musik * Die Zisterzienser haben hier 300 Jahre gut gelebt und waren ziemlich clever bei der Bodenbewirtschaftung Und daher am Ende auch ziemlich reich Dabei wollten sie doch ein Leben in Armut führen, als das Kloster errichtet wurde Das hatten sie mit den Franziskanern gemein Und die sind die Helden in dem Stück, das in der Klosterkirche heute aufgeführt wird: “Der Name der Rose”, nach dem Roman von Umberto Ecco (Mann) Während die Heiden Metaphern benützen, um Lügen zu verbreiten Das stimmt nicht, ich studiere Rhetorik Ihr habt Recht, Bruder Malachias Es darf nicht sein, dass die ernsten Bücher Jedes Jahr kommen 100.000 Besucher zum Kloster Chorin und genießen die Aufführungen im Innenhof und in der Kirche Herr, erbarme dich Und er erbarmte sich und schenkte den Mönchen eine prächtige Klosteranlage Warum ist man früher Mönch geworden, in dieser Zeit? Es gab unterschiedliche Gründe Speziell bei den Zisterziensern gibts ja auch 2 Gruppen bei den Mönchen Einmal die Priester, die haben die Priesterweihe erhalten, waren auch meist adeliger Herkunft Und dann die Laien, die waren nicht adeliger Herkunft, hatten aber eine gute Absicherung im Kloster natürlich Chorin hatte bis zu 3 Hospitäler gleichzeitig, also Krankenhäuser Die waren verpflichtet, die Leute, die Anwohner, Pilger, Reisende und Flüchtlinge, so steht es in der Urkunde aus dem 13. Jh., aufzunehmen und zu versorgen Die Zisterzienser sollten wohltätig sein und von ihrer Hände Arbeit leben Dafür schenkten ihnen die adligen Familien viel Ackerland, Wälder, Seen und auch ganze Dörfer Hier entlang gingen die Mönche früher in die klostereigene Brauerei Das ist aber schön gemacht hier – Mhm Sieht toll aus Die Stadtkasse Gabs die so? Sahen die so aus? Ja, also die Mönche haben ja Handel betrieben und hatten mehrere Granien und Stadthöfe, sozusagen Zweigstellen des Klosters in der Stadt Dort hat man das verkauft, was man überschüssig erwirtschaftet hat und hat mit anderen Produkten auch Handel getrieben Dann sind die mit diesen Koffern mit Geld rumgefahren? – Genau Und wie groß waren die? – Ja, ungefähr so Deshalb war das ja auch so gefährlich So klein waren die Münzen? Ja, das sind Nachbildungen aus dem 14. Jh Wir haben diese Münzen bei archäologischen Ausgrabungen gefunden in der Sakristei, dem heutigen Standesamt im Fußboden Die hat wahrscheinlich ein Mönch in seinem Lederbeutel dort unter einer Fliese begraben, also versteckt Wie so ein Eichhörnchen Ja, das ist sein eigenes Erspartes gewesen, und die Sakristei war also nur den Mönchen vorbehalten Also kann es nur ein Mönch gewesen sein Irgendetwas muss ihm zugestoßen sein, denn er hat es nicht wieder herausgeholt Aufgelöst wurde das Kloster während der Reformation Bis ins 19. Jh verfielen die Gebäude Um sie zu erhalten, mussten die alten Handwerkstechniken der Mönche teilweise wiederentdeckt werden Z.B. wie man Steine für den Mauerbau bearbeitet Das können wir jetzt gleich mal erleben Aber einen elektrischen Bohrer, den gabs damals nicht Restaurator Ulrich Zurth und sein Mitarbeiter Karsten Preuß zeigen uns, wie man einen Stein spaltet Eine Kunst für sich Das wird ja immer höher Wie ein Glockenspiel Das ist doch in der Tonleiter Das wars Is ja ein Ding Schön glatt – Ja und glitzert

Mit diesem Stein wird bald die Mauer repariert, die rund um das Kloster führt * Musik * Ach, ist der süß und klein Das ist ja nur ein Wagen Wir müssen noch ein bisschen laufen Vom Bahnhof Chorin fahren wir mit dem Regionalzug zum “Kaiserbahnhof” * Musik * Ah Das sieht man aber gleich, dass es hier herrschaftlich ist Im Zug muss man drücken, wenn man hier halten will Der hält nicht automatisch Ist wie im Bus Sieht schön aus Ist ja auch für den Kaiser gebaut worden 1898 Dem war die Reise mit der Kutsche von Berlin hierher zu beschwerlich Also ließ sich er sich kurzerhand einen Bahnhof in die Schorfheide bauen Wilhelm II hatte hier sein Jagdrevier Es war weiträumig für ihn eingezäunt, und Wildhüter sorgten dafür, dass Seine Majestät immer genug Jagdbeute vor die Flinte bekam Da ist doch der Kaiser Meinst du, das ist Originalgröße? Der wartet auf uns Größer wird er nicht gewesen sein Ein Bild mit Kaiser Guten Tag, Majestät Ob er uns rein lässt? – Aber sicher Das ist doch herrschaftlich Und wird vom örtlichen Standesamt für Eheschließungen genutzt Im früheren Ankleidezimmer des Kaisers treffen wir Mirjam Kracht-Barthel vom Heimatverein Joachimsthal So, hier hab ich noch ein schönes Foto, wo man das Gebäude sieht, in dem wir uns jetzt aufhalten Hier steht der Kaiserzug Ach, dahinter sind die Gleise Das dahinter liegende Gleis für den normalen Zugverkehr sieht man nicht Hier steht die Kutsche, wo er einstieg Hier ahnt man noch so die Leute, die draußen festlich geschmückt und gekleidet standen und ihm zugewunken und gejubelt haben * Musik * Unsere Radtour geht weiter zum Werbellinsee, in dem man auch baden kann Der Sage nach gibt es darin eine untergegangene Stadt, erzählt mir Franziska: Werbellow Als reiche Bürger einem Bettler gegenüber hartherzig waren, wurde die Stadt kurzerhand vom See verschluckt Es gibt viele Taucher, die nach versunkenen Schätzen hier am Ufer des Werbellinsees regelmäßig tauchen Ist der denn klar, wenn man da als Taucher reingeht? Ja, der Werbellinsee ist ganz klar * Musik * Hier ist Kaiser Wilhelm wohl auch lang gefahren, auf dem Weg zu seinem Jagdschlösschen * Musik * Genau so stell ich mir ein Jagdschlösschen vor – Ja Wie aus dem Bilderbuch – Ist wie aus dem Bilderbuch Es reicht genau für den Aufenthalt für die Jagd, nicht für mehr Aber um Gäste zu empfangen Kaiser Wilhelm soll mal gesagt haben: “Am meisten freuen einen, neben den eigenen Treffern, die Fehlschüsse der anderen.” Max Schmeling? – Ja

Ich hatte den Kaiser erwartet – So ähnlich, ne? Auch Deutschlands 1. Schwergewichtsboxweltmeister war ein leidenschaftlicher Jäger Auch hier in der Schorfheide soll er so manchen kapitalen Hirsch geschossen haben Müsste man eigentlich Darf man nicht, ne? Ach guck, ich kann den sogar bewegen Auch die Nazi-Größe Hermann Göring ließ es sich nicht nehmen, hier zu jagen Er ernannte sich zum Reichsjägermeister Und die Schorfheide zu seinem persönlichen Jagdrevier Göring ließ sich hier ein riesiges Anwesen bauen, Carinhall, und stattete es mit Nazi-Kunst aus Die gesamte Kunstsammlung Göring lagerte hier Insofern rankten sich auch viele Mythen und Legenden drum herum Viele der Kunstgegenstände, oder was Göring dafür hielt, sind nach dem Krieg verschwunden Da sieht man, dass hier nur anständige Menschen herkommen Es sind die Stellen am blankesten, die am häufigsten angefasst werden Mir fällt jetzt hier nichts auf Zu DDR-Zeiten wurde hier lustig weiter gejagt Erich Honecker soll am Tag vor dem Mauerfall noch 6 Hirsche in der Schorfheide geschossen haben Horrido (alle) Joho Horrido (alle) Joho Die Staatsjagd ist beendet * Musik * Neuer Tag In Angermünde kümmern wir uns um selten gewordene Tiere Danach gehts nach Templin, wo Angela Merkel aufgewachsen ist Aija Torkler ist die Leiterin des NABU-Zentrum in Angermünde Die Tierschutzexpertin zeigt mir Sumpfschildkröten, die in Deutschland mittlerweile fast ausgestorben sind Ich sehe da schon… Wunderbar – Die sonnen sich In Freiheit kommen die Tiere nur noch selten vor, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern Wo genau, halten Naturschützer geheim Es ist jetzt spannende Zeit für die Sumpfschildkröten, weil nämlich die Eierablage beginnt So klein sind die? Wie so ein 2-Euro-Stück Genau, wenn die schlüpfen, sind die noch recht klein und sehr scheu So Kleine werden wir nicht sehen Aber ich denke, wir werden so Halbwüchsige erwischen Da schlüpfen jedes Jahr welche bei euch? – Genau Die lieben unseren Platz * Musik * Jedes Jahr im Frühling, wenn die wieder wach werden, wenn der 1. Sonnenschein kommt, zählen wir unsere Tiere Dieses Jahr haben wir 20 erwachsene Tiere gezählt Das ist ein großer Erfolg Stimmt es, dass die fast ausgerottet waren, weil die aufgegessen wurden? Genau Es wird von Fontane geschrieben, im Oderbruch, das ist hier alles eine Region, wurden die Sumpfschildkröten fuhrenweise nach Berlin abgefahren Weil Sumpfschildkröte ist ein Wassertier und das gilt zur Fastenzeit, Wassertier sind kein Fleisch Die dürfen verspeist werden Das war für diese Art eine Katastrophe 200 m weiter im Gehege hat Aija, die übrigens aus Lettland kommt, schon das nächste Highlight parat Hast du gesehen? Da vorne ist was kleines Graues Seit gestern saß der Schwan auch ganz anders Der hat sich so aufgestützt – Oh, wirklich Ja, die sind gerade geschlüpft – Oh nein Schon 4 Jahre ist dieser Pärchen bei uns und verteidigt das Revier Wie süß ist das denn? Das Naturerlebniszentrum zeigt die Tiere in ihren verschiedenen Lebensräumen Mal in einem kleinen Moor, mal im Biogarten Auch das Zusammenspiel von verschiedenen Pflanzen ist ein Thema Wer mit wem passt zusammen? Die bunte Vielfalt Die Robinien blühen Könnte ich mich reinlegen Das riecht so fein Das ist eine besondere Rasse, Skudde

Der kleinste Schaf in Deutschland Der kann auf ganz magerem Boden auskommen Also genau richtig für die Uckermark Was meinst du, was ist das? Ich hab so was mal in Afrika gesehen. Das war ein Vogelnest Bei uns stricken die Vogel Socken und hängen die in Baum Das sieht aus, als ob jemand einen verfilzten Socken dahin gehängt hat Das ist Beutelmeise und die hat die Wolle von unseren Schafen verwendet Beutelmeise? Hab ich noch nie gehört Die Beutelmeise erkennt man u.a an ihrem rostroten Rücken Sie liebt Feuchtgebiete und sucht sich für ihren ungewöhnlichen Nestbau lange elastische Zweige Die Nester bauen die Männchen aus Spinnweben, Pflanzenfasern und eben auch aus Schafwolle Damit locken sie dann die Weibchen an Hast du sie schon mal in echt gesehen? – Ja Da arbeite ich dran Das kommt für Sie in den Rucksack Für Ihre Chance auf die Beutelmeise Aber bitte in der Uckermark, ist ja klar Dann ist da noch ein Tier, in das der Naturschutzbund besonders große Hoffnungen steckt Wir sind auf dem Weg zum Aquarium, in dem ein Stör schwimmt Diese Art gibt es schon seit 200 Mio. Jahren Aber in der Oder wurde vor 50 Jahren der letzte seiner Art gefangen Das sind wirklich Relikte, ganz uralte Knochenfische Die wachsen ein Leben lang Können 120 Jahre alt und bis zu 4 m groß werden Der Stör soll bei uns wieder heimisch werden Aber das ist nicht so leicht Denn junge Störe wandern zunächst in die Weltmeere Erst wenn sie geschlechtsreif sind, kehren sie in das Heimatgewässer zurück, um dort zu laichen Nur, wie schafft man es, dass die Tiere tatsächlich zurückkommen? Die Jungtiere hier hat man aus Kanada importiert Die kommen zu uns als ganz kleine Babys Werden hier unterschiedlich, 3 bis 6 Diese hier sind 10 Monate bei uns D.h. die werden 24 h gefüttert, sauber gehalten, bei Bedarf auch gestreichelt Wir gucken an, was heute zu Abendbrot geben wird Bäh. Es riecht etwas streng Das ist eine Babynahrung für diese Fische Es sind Krebse, die speziell aufbereitet sind, dass die kleinen Fische das aufnehmen können Das Wasser, in dem die kanadischen Jungtiere schwimmen, stammt aus einem Nebenfluss der Oder, also aus dieser Region Störe können Wasser riechen und wiedererkennen Diesen Geruch nehmen die auf und wissen, das ist ihr Heimatwasser D.h. die wissen, wo die zurückschwimmen müssen In 25 Jahren, wenn sie in der Ostsee die Zeit verbracht haben, hoffen wir, kommen die wieder zu uns zurück Und dieser Geruch, dieser spezielle Wasser von Fluss ist Heimat In ein paar Tagen sollen einige Störe in die Freiheit entlassen werden Und wir dürfen dabei sein * Musik: Ennio Morricone: “Zwei glorreiche Halunken” * Hallo – Hallo Fahrt ihr hier mit dem Planwagen? Urlaub im Planwagen? Ja. Wir machen hier Urlaub – Cool Wie lang seid ihr schon unterwegs? – Seit gestern Und wie lange macht ihr? – Noch 2 Tage Also 2 Nächte noch Dann gehts wieder zurück Dann darf ich netterweise ein Stück mitfahren Ich stells so rein, ne? (Mann) Klar Hallo, ich bin Andrea – Ich bin der Ralf Und du? – Laura Schön. Gut, dann komm ich ein Stück mit euch mit Komm, Basta Mit dem Planwagen durch die Uckermark Was für ein Familienvergnügen Man muss übrigens nicht die ganze Zeit das Pferd führen Das macht Moni nur innerhalb von Ortschaften Darf ich auch mal? (Laura) Klar Kann ich das einfach nehmen? (Laura) Du musst nur aufpassen, dass du auf beiden Seiten gleich viel Druck hast Sonst geht er nach rechts oder links Heute ist euer 2. Tag Würdet ihr das noch mal machen? (Laura) Ich glaub schon, ja (Ralf) Auf jeden Fall War sehr schön bis jetzt Auch als Nichtreiter auf jeden Fall – Warum?

Es entschleunigt Man kommt immer mehr bei sich an Der 1. Tag ist man im Kopf noch in der Arbeit, am zweiten nicht mehr Wir kommen zu einem der Rastplätze, die man mit den Wagen ansteuern kann Dort wird auch übernachtet und zwar im Wagen * Musik * Applaus, Moni Ist schon stressig da vorne, oder? – Ja, ist schon anstrengend Da hat man schon zu tun Denkst du da dran, dass er viel mehr Kraft hat als du? Nee, das nicht Der ist so gutmütig, da hab ich keine Angst, dass er Also durchgehen bestimmt nicht, das glaub ich nicht Meinst du, man kann eine Planwagenfahrt machen, wenn man keine Erfahrung hat mit Pferden? Du hast von früher, hast du gesagt Es ist alles ein bisschen anstrengender, glaube ich, bis man das gelernt hat, die Abläufe kennt Aber mit der Übung lernt man es So schwer ist es nicht Das kann auch ein Anfänger machen Ich bins, ich streichel dich Du Braver. Ganz warm ist er Da sind ja 4 Betten drin – Ja, genau Wir haben das eine Bett zum Doppelbett gemacht und so gelassen Normal kann man da auch sitzen – Cool Dann hat man hier noch 2 Kojen, 2 Betten Also für 3 Personen ideal? – Für 4 gehts auch gut Ne kleine Küche, alles, was man braucht * Musik * Templin nennt sich selbst die Perle der Uckermark Das Rathaus auf dem großen Marktplatz ist typisch für die Region Bekannt ist Templin aber auch für seine Stadtmauer, die fast vollständig erhalten ist 1.735 m rund um den alten Stadtkern In diesem Haus in Templin, in dem sich heute eine Behinderteneinrichtung befindet, ist Angela Merkel aufgewachsen Im rechten Teil, 1. Stock Geboren wird sie zwar in Hamburg, aber einige Wochen nach der Geburt 1954 zieht die Familie in die DDR In Templin erlebt Angela eine sozialistische Jugend in einem evangelischen Elternhaus Der Vater ist Pfarrer Angela Merkel ist in Mathematik und Russisch stets die Klassenbeste Abiturnote: 1,0 Wenn wir schon in der Uckermark sind, haben wir bei ihr nachgefragt, ob sie einen persönlichen Tipp für uns hat Hatte sie Sie schreibt an Wunderschön: “Ein Ort in der Uckermark, der mir sehr am Herzen liegt, ist das kleine Kirchlein im Grünen in Alt Placht ganz in der Nähe von Templin, der Stadt meiner Kindheit Hugenottische Glaubensflüchtlinge haben diese Kapelle um 1700 errichtet An einer bis heute wunderschönen Stelle in der uckermärkischen Seenlandschaft, umgeben von uralten Linden 1970 schien das Kirchlein im Grünen dem Verfall und der Vergessenheit geweiht Glücklicherweise gründete sich in der Wendezeit ein Förderverein zu seiner Rettung Mit Hilfe vieler Unterstützer wurde es möglich, dass neues Leben in die Kapelle einzog Heute kann man dort wieder zum Gottesdienst gehen, Lesungen und Konzerte besuchen, oder einfach nur die Harmonie und den besonderen Geist dieses Ortes auf sich wirken lassen.” * Musik * Man lässt sich ja was einfallen Übernachten im Baumhaus 4 Personen finden hier Platz Der Ausblick ist super 4 Häuser dieser Art gibt es auf dem Gut Gollin Das ist mal was anderes Zum stillen Örtchen muss man allerdings die Treppe runter Aber dann ist es gleich vor der Tür Unsere Reise geht weiter im Nordosten der Uckermark In Radekow besuchen wir eine Biorosenschule Von Mescherin gehts dann über den Oder-Neiße-Radweg durch den Naturpark Unteres Odertal Dort werden die Störe freigesetzt Nur 3 Biorosenschulen soll es in Europa geben

Eine davon befindet sich im uckermärkischen Radekow Andrea Genschorek, die Besitzerin, war eigentlich hergekommen, um Therapiestunden mit Pferden anzubieten Dann hat sie ihre Leidenschaft für Rosen entdeckt Inzwischen züchtet sie die Prachtstücke auf mehreren Hektar und vertreibt sie auf Märkten und im Internet Und sie verkauft die Bioblütenblätter an Konditoreien Die Uckermärker Küchenrose ist begehrt Das ist eine, die ewig lange blüht und superlecker ist Nicht so parfümiert rosig schmeckt, sondern so würzig mit Honignachklang Also ist ne leckere Sache, die auch sanfte, zarte Rosenblütenblätter hat Die kann man super kandieren, weil die ziemlich groß sind Manche Leute trauen sich nicht zu schneiden Aber Schnitt ist für die Rosen toll Das haben uns die Rehe vorgezeigt bei den Urrosen, dass, wenn die schön Verbiss hatten, die Rosen, sind die um so kräftiger wieder gekommen Hat der Mensch sich abgeguckt Irgendwas macht das mit den Pflanzen, also schneid ich rum Ein Schnitt bedeutet immer neue kräftige Triebe mit schönen Blüten Ihre Pferde hat Andrea Genschorek immer noch Die sind mittlerweile für den Rosendünger zuständig Pferdeäpfel seien besonders gut für Rosen, sagt sie Ich lass auch hier und da einen Apfel liegen, einen Pferdeapfel, damit die Regenwürmer Futter haben Die Regenwürmer lieben Pferdeäpfel, und die Regenwürmer machen unseren Boden fruchtbar Natürlicher Pferdeapfeldünger erhält den Boden und die Lebewesen darin gesund Das ist auch gut für die Rosenstöcke, die 19 Monate im Boden bleiben, bevor sie in den Verkauf gehen Andrea Genschorek ist tierlieb, aber seit Kurzem hat sie einen ungebetenen Gast Am Hausteich hat es sich ein Biber gemütlich gemacht Der raspelt mir hier Stück für Stück alles kurz Wir sind ja Biobetrieb, und ich freu mich über jedes Tier, was kommt Und wow, ich bin so ökologisch, selbst der Biber findet sich hier ein Aber leider ist es so, dass er mir inzwischen auch die Rosen abraspelt Gerade unsere Uckermärker Küchenrose macht der Stück für Stück kurz Das geht dann an die Substanz eines Biobetriebes Er weiß es noch nicht, aber der Biber soll jetzt umgesiedelt werden 4 ha groß sind die Schaugärten, die man auch besichtigen kann Im Oktober gibt es immer ein großes Rosenerntedankfest * Musik * Der Oder-Neiße-Radweg führt hier durch Poldergebiet Nach holländischem Vorbild wurden große Bereiche parallel zur Oder eingedeicht Und somit für Radfahrer befahrbar gemacht Im Winter werden diese Wiesen teilweise wieder geflutet, um an anderen Stellen Hochwasser zu vermeiden Die Pflanzen- und Tierwelt hier ist spektakulär In den Oderauen gibts 145 Vogelarten Frauke Bennett ist Rangerin und organisiert Kanutouren für Touristen Im Kerngebiet des Nationalparks sind solche Touren nur in Begleitung erlaubt Und das nur ab Mitte Juli nach der Brutzeit Das Untere Odertal ist Deutschlands einziger Auen-Nationalpark, erklärt die Rangerin Der ist zusammenhängend mit einem Schutzgebiet auf polnischer Seite So haben wir hier über einen sehr großen Bereich ein riesiges Naturschutzgebiet Man kann einfach über die Grenze rüberfahren Das machts sehr attraktiv, hier mit dem Kanu unterwegs zu sein

Wenn man sich da Zeit nimmt, dann kann man so viel entdecken, dass man gar nicht weit fahren muss Man sitzt einfach und wartet, bis die Natur zu einem kommt Im Herbst, wenn die Oderauen geflutet sind, machen hier Tausende Kraniche Rast auf ihrem Weg nach Frankreich, Spanien und Nordafrika Sie kommen aus dem kalten Skandinavien und Osteuropa Bis zu 15.000 Tiere übernachten gleichzeitig in der Gegend, um danach laut trompetend weiterzuziehen * Musik * In Schloss Criewen ist heute eine deutsch-polnische Begegnungsstätte untergebracht Den wunderbaren Park drumrum sollte man sich ansehen Er wurde von dem Bonner Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné Anfang des 19. Jh. gestaltet, nach englischem Vorbild Das war damals groß in Mode beim preußischen Adel * Musik * Jetzt gehts noch ein bisschen weiter an der Oder entlang Autos sind hier nur mit Sondergenehmigung erlaubt Z.B. wenn man junge Störe zum Wasser transportieren muss, um sie in die Freiheit zu entlassen Genau das passiert hier gleich Es sind die Fische, die sich den Wassergeruch der Gegend gemerkt haben. Hoffentlich Jörn Gessner vom Institut für Gewässerökologie und Aija Torkler vom NABU haben sie hergebracht Bist du jetzt ein bisschen wehmütig? Ich bin sehr neugierig Ich erwarte wirklich, dass die zurückkommen Die haben einen Auftrag – So ist es Die haben diese Markierung bekommen D.h. wir erkennen definitiv, dass es unsere Fische sind Störe, bitte Darf ich euch anreichen? Mir sind noch nie Störe angereicht worden Toll Die Kleinen, die suchen besser den Futter, die Großen sind besser bewaffnet Da hoffen wir, dass wir dadurch viel bessere Chancen haben, dass die in 20 Jahren wiederkehren Wie groß sind die dann? Ungefähr so. Wenn sie zurückkommen? 1,80 m so als Minimum – So groß wie ich Aber schwerer – Wie viel? So um die 70, 80 kg Mhm (Jörn) Auf in die Freiheit – Los gehts Ich pack bei dir an Warst du da schon oft dabei? – Nee, ist mein 1. Mal Und, wie findest du es? – Cool Ist aufregend, oder? – Schöne Sache Gute Reise Ich find das total aufregend * Musik * Die werden ja immer größer (Jörn) Wir haben extra einen für dich mitgebracht Mach mal die Hand bisschen nass Eins am Kopf, genau Der hat ja richtig Kraft Jetzt kann man schön sehen, wie die sich verteidigen Auf den Rückenplatten kannst du sehen, da sind nach hinten gebogene Haken drauf Hier ist die Marke – Ja Komm, sollen wir ihn mal lassen? – Ja, lass ihn schwimmen Gute Reise und komm wieder Fühlen sich toll an Der ist bedeckt von kleinen Knochenplatten Wie ein Reptil – Das ist Schutz für die Die haben was Cleveres sich einfallen lassen vor 250 Mio. Jahren Nicht umsonst sind die noch da – Ja Das wird ja seine Gründe haben 20, 25 Jahre kommen sie wieder Hoffentlich * Musik * An meinem letzten Tag soll noch mal richtig was passieren

Zuerst gehts nach Annenwalde und danach nach Templin, wo ich einen echten Stuntman treffen werde In Annenwalde entdecke ich eine Glaskunstwerkstatt Bis 1865 wurde in der Uckermark an vielen Stellen Glas produziert Diese Werkstatt hier gehört dem Künstler Helmut Kothe Er arbeitet mit der “Fusing-Technik” Dabei werden verschiedene Glastypen und Farben miteinander verschmolzen Das ist aber gemalt? – Das ist gemalt Das war eine Kursantin bei mir Bei Helmut Kothe kann man diese Techniken lernen Er gibt regelmäßig Kurse Netterweise gibt er heute für mich eine Extrastunde Eine Möglichkeit beim Fusing: Man streut farbiges Glaspuder auf eine Scheibe, die mit einer Schablone abgedeckt wird Das hier soll so eine Art Harlekin-Muster werden So, jetzt legen wir die Platten in den Ofen Unsere Harlekin-Schale Toll, oder? Ich find sie sehr schön Trotzdem trenne ich mich Kommt in den roten Rucksack Sie kennen das Spiel Alles, was da drin ist, können Sie gewinnen, wenn Sie uns schreiben, was genau drin ist Und wenn Sie ein bisschen Glück haben Ich drück die Daumen, damit sie genau zu Ihnen kommt Helmut Kothe hat nicht nur eine Glaswerkstatt, sondern auch einen eigenen Weinberg Bis zu 120 l selbstgemachten Regent, so heißt die Rebsorte, erntet er hier Jahr für Jahr Manchmal aber auch viel weniger, wenn die Waschbären große Teile der Ernte vorher aufgefressen haben Ne Rarität überhaupt Ja, bei Brandenburg hätte ich nicht automatisch an Wein gedacht Ja und so sieht er aus Ja, so ist unser Regent in dieser Flasche – Schön Annenwalde – Der muss natürlich auch in den roten Rucksack Das ist wirklich was Besonderes, Wein aus der Uckermark Da, wo ich jetzt hinfahre, da werden so manche sagen: So was in der Uckermark? Ich glaub, mich tritt ein Pferd * Schüsse * * Musik * Mitten im wilden Osten biste hier plötzlich im Wilden Westen in der “El Dorado”-Westernstadt Ich finds echt cool Ich war noch nie in so was Genau so stellt man sichs vor, so siehts im Western aus Warum hab ich vor ein paar Jahren meine schwarz-roten Westernstiefel verkauft? So richtig mit Flammen bis hoch zum Knie Jetzt hab ich hier so ne Na ja, geht auch, oder? Wers richtig machen will, kann sich auch verkleiden Im Shop gibts jede Menge Auswahl Brauch ich ne Peitsche? Kann man immer brauchen, oder? Ich brauch auf jeden Fall nen Hut Ich finde, n Cowboyhut, das muss sein Oder man kann auch Mexikaner sein Man muss sich entscheiden: Cowboy, Indianer Das war schon früher so Jäger oder Gejagter Oder Mexikaner Der kommt für Sie in den roten Rucksack * Musik * (Mann) Festnehmen, aber flott * Buh-Rufe * Das ist ja wie im Kino hier Auch mit Geräuschuntermalung, damit die Stunts auch richtig wirken * Knall * * Knall * Und wen das hier besonders interessiert:

Man kann das Hauen, Stechen und Runterfallen in der Westernstadt auch selber lernen Es gibt extra Kurse dafür Da bin ich dabei Da oben, da soll ich runterfallen Ich hab schon Lunte gerochen Ich möchte das machen Ich hab aber Angst, mir weh zu tun Das sind diese fetten Matten, die wir im Turnunterricht geliebt haben, gell? Erst mal hier Bei geringer Höhe Es ist schwer Es ist auch anstrengend Es sieht so leicht aus, aber jahrelange Übung Kleines Stück noch zurück Füße parallel zusammen Genau Kopf gerade, völlig gespannt bleiben, Brust raus, Kopf hoch Genau so gespannt bleiben Volle Spannung Groß machen, Hintern fest Spannung – Noch nicht Warte noch einen kleinen Moment (seufzt) Okay. Wichtig ist, wenn zu zögerst, wird es immer schlimmer Es wird immer schwerer Das ist das Ding Du gehst hoch, du weißt, was du machen willst Du konzentrierst dich, dann machst du das Völlig gespannt bleiben und wie ein Baum umkippen (schreit) Oh Gott Der Schrei war schon wie für Film gemacht Ich hab den Hintern rausgestreckt – Nichts passiert Und jetzt in echt: rückwärts vom Dach Richtig rauf auf die Kante mit den Fersen. Füße parallel Das ist aber wie mit allen Dingen, wie mit dem 10-m-Turm, von dem du ins Wasser springst Oben ist immer alles anders Tief durchatmen Körperspannung. Festmachen Kopf hoch. Brust raus, Po fest Volle Spannung Und bitte (schreit) Sehr gut Das wars schon fast wieder Also ich könnte noch ein bisschen bleiben, im Wilden Westen Die haben das hier echt schön gemacht mit viel Liebe zum Detail Und den wilden Osten, den hab ich auch lieb gewonnen Uckermark, ich komme wieder Sie hoffentlich auch Schön, dass Sie dabei waren Jetzt können Sie sich überlegen, was drin ist, in unserem roten Rucksack Ich such noch nen Abenteuer Hier noch eine kleine Erinnerung für Sie Ich will noch was lernen, was mich immer schon gereizt hat: Wie verprügelt Frau einen echten Cowboy? (schreit) * Musik * Hats wehgetan, Hase? Copyright WDR 2019