Trinkwasserschutzgebiete – Land gegen Stadt: Bayerns Streit ums Trinkwasser | DokThema | Doku | BR

Untertitelung: BR 2018 Trinkwasser: unser höchstes Gut München holt es seit Jahrzehnten vor den Toren der Stadt im Mangfall- und Loisachtal Und der Durst wächst Deshalb gibt es Streit Wenn die Schutzzone so kommt, dann ist die Fläche hier unten, ca. 4,25 Hektar groß ist die Wiese, für mich verloren Und das ist ein Viertel meiner Gesamt-Eigenfläche Im Mangfalltal kämpfen rund 30 Biobauern gegen ein erweitertes Wasserschutzgebiet Wir alle wollen sauberes Wasser Aber wir wollen dabei leben Es geht auch um einen Stadt-Land-Konflikt Man muss sich mal wehren und sagen: “Liebe Stadt-Leute, wir am Land sind nicht eure Knechte und Diener.” In ganz Bayern gibt es immer häufiger Streit um Trinkwasserschutzgebiete Die einen profitieren, die anderen liefern und haben Auflagen Wie viel Solidarität kann man erwarten? Die zerstören unser Leben, wenn man das so sagen kann Wir haben dadurch keine Zukunft mehr Der Haselsteighof vor den Toren Miesbachs ist umgeben von saftigem Weideland Doch wie lange dürfen hier noch Kühe grasen? Jeden Sommer treibt Biobauer Alois Fuchs sein Jungvieh auf eine Niederalmfläche hinter dem Hof Schon seit Generationen macht das seine Familie so Ich hoff, dass es nicht der letzte Abtrieb ist, den ich mach Wenn die Schutzzone kommt, dann darf ich sie nimmer runtertun Die Schutzzonen-Erweiterung ist für ihn ein Damokles-Schwert, das seit Jahren über seinem Hof schwebt Wenn sie kommt, darf Alois Fuchs diese Fläche weder düngen noch beweiden Schon vor knapp 20 Jahren hat die Stadt München beantragt, dass das Wasserschutzgebiet neu ausgewiesen wird Es soll fast verdoppelt werden, auf insgesamt 16 Quadratkilometer Als Biobauer ist Alois Fuchs Natur- und Wasserschutz seit vielen Jahren wichtig Aber weitere Einschränkungen will er nicht hinnehmen Die Krake München weitet sich immer mehr aus Jeder bei uns ist bedroht in der Sache Wir haben alle Einschränkungen, obwohl wir selber nix von dem Wasser haben Das Wasser haben die Münchner Die machen Geld damit und wir haben die ganzen Probleme So sieht das Alois Fuchs Etwa 300.000 Kubikmeter Wasser verbrauchen die Münchner pro Tag Es fließt aus dem Mangfall- und Loisachtal direkt in die Landeshauptstadt, ganz ohne Pumpen Die Stadt ist stolz auf ihr hervorragendes Wasser aus dem Voralpenland Sie will die Erfolgsstory weiterschreiben und unterstützt das mit aufwendigen Marketing-Maßnahmen Nicht von gewöhnlichem Leitungswasser ist die Rede, sondern von einer besonderen Marke: M-Wasser (Werbevideo) “Wasser ist Leben Das Münchner Trinkwasser kommt quellfrisch und naturrein aus den Bergen des bayerischen Voralpenlandes.” Damit es langfristig so gut bleibt, soll nun das erweiterte Schutzgebiet kommen Wasserschutzgebiete werden grundsätzlich in drei Zonen eingeteilt In allen Zonen gibt es Auflagen für die Landwirtschaft Nur im Einzelfall sind Ausnahmen möglich Symbolischer Gegner von Biobauer Fuchs ist dieser Brunnen der Stadtwerke München Das Wasserschloss Reisach in Thalham, nördlich von Miesbach Diese Grundwasserfassung wurde vor über 100 Jahren errichtet Es wird ja auch von den Münchnern beworben als Naherholungsgebiet Die Münchner sind auch viel heraußen Es gehen auch viele Leute spazieren, mit Hunden natürlich Und wir sind da 2 Kilometer weg von der Wasserfassung Da unten sind die Hunde Das ist aber direkt beim Wasserschloss, überm Wasser Hunde dürfen hier Gassi gehen und womöglich bleiben ihre Hinterlassenschaften liegen Auch die dieselbetriebene Oberland-Bahn fährt mitten durchs Wasserschutzgebiet Ein altes Gewerbegebiet direkt an der Mangfall soll demnächst ebenso dazugehören Und die Kühe von Bauer Fuchs? Die dürfen in der Nähe des Wasserschlosses demnächst wohl nicht mehr weiden

Und das, obwohl die Familie Fuchs auf Initiative der Stadtwerke München auf Biolandwirtschaft umgestellt hat Das war ’92 oder ’93 Da hat die Stadt München das Bio-Programm ins Leben gerufen Was auch eine gute Idee ist Denn das Wasser gehört geschützt Und mit biologischer Bewirtschaftung kann man das sehr sinnvoll machen Das Bio-Programm der Stadtwerke München war und ist ein Erfolg Rund 170 Höfe werden dadurch finanziell gefördert Der Anteil an Biobetrieben im Landkreis ist der höchste in ganz Deutschland Alois Fuchs ist längst Biobauer mit Leib und Seele Doch genau das wird nun für ihn zum Problem Biologischer Dünger, also Mist und Gülle, ist in der strengen Schutzzone 2 A nicht mehr erlaubt Gülle und Mist, das ist vom Biobetrieb der wichtigste Dünger Wir haben sonst keinen anderen Dünger Aber als Konventioneller dürfte ich da unten mineralischen Stickstoff sähen Das ist was, was ich als biologischer Landwirt nicht versteh Auf der einen Seite fördern sie die biologische Landwirtschaft Auf der anderen darf man in der Zone 2 A keine biologische Landwirtschaft betreiben Der Biobauer bezieht sein Wasser aus einem eigenen Tiefbrunnen, den er gemeinsam mit 20 anderen Haushalten aus der Region nutzt Die Qualität wird viermal pro Jahr von externen Fachleuten überprüft Bislang hat das Arrangement zwischen Stadt und Land funktioniert Wurscht ist uns das nicht, was mit den Münchnern ist Aber optimalen Wasserschutz haben sie meines Erachtens Sie haben beste Qualität Das ist Europas bestes Wasser Die Schadstoffe in dem Wasser sind im nicht messbaren Bereich Der Nitratwert ist hervorragend So gesehen haben wir ja schon so viel getan die letzten Jahre Deswegen braucht’s meines Erachtens nicht noch mehr Wasserschutz, übertriebenen Wasserschutz Was sagen die Verantwortlichen der Stadt München dazu? Weder die Stadtwerke noch deren Vorstandsvorsitzender, Oberbürgermeister Dieter Reiter, wollen sich vor der Kamera zu der umstrittenen Schutzgebietserweiterung äußern Dabei gewinnt das Thema zunehmend an Brisanz Denn die Stadt wächst weiter und wird in Zukunft immer mehr Wasser brauchen München bezieht sein Trinkwasser zu 80% aus dem Mangfalltal und zu 20% aus dem Loisachtal Etwa ein Fünftel des Münchner Trinkwassers kommt also aus dem 80 Kilometer entfernten Loisachtal Auch hier gibt es Streit Schon seit den 70er-Jahren Den jahrzehntelangen Konflikt von Anfang an begleitet hat Andreas Keller vom BUND Naturschutz Der promovierte Physiker hat in seinem Berufsleben an der TU München am Lehrstuhl für Wasserbau gearbeitet Er erinnert sich: Die haben die Bäche gesehen und das saubere Wasser und haben gesagt: “Das holen wir uns.” Im Untergrund wird schon genug abfließen Das Loisachtal wird nicht darunter leiden, indem wir ein paar Kubikmeter abzapfen Aber die Annahmen über die Mengen, die im Untergrund abfließen, waren viel zu hoch Andreas Kellers Haus liegt nicht im Wasserschutzgebiet Und er selbst war deshalb nie mit Einschränkungen oder wirtschaftlichen Nachteilen konfrontiert Er sieht sich als Anwalt der Natur Die Loisach führt sehr viel Wasser ab Im Grundwasser bleibt nicht viel übrig Und das bisschen, was da strömt, brauchen die Pflanzen, die Moore, die Bäche Das bleibt nur erhalten, so wie es ist, wenn wir das Wasser des Loisachtals dem Loisachtal lassen Immer wieder hat der Naturschützer sich mit den Stadtwerken angelegt Seiner Meinung nach ist das sensible Moorgebiet nicht geeignet für eine Wasserentnahme im großen Stil Für ihn beweist der Blick von diesem Aussichtspunkt seine These: Dort unten war früher ein kleiner Moorsee Nur eine feuchte Wiese ist heute davon übrig geblieben Von Anfang an hat Andreas Keller die Veränderungen vor seiner Haustür akribisch dokumentiert Hier zeigt sich dramatisch, wie sich das Loisachtal verändert Es gibt ja den Pumpversuch ’78 Da drüben ist z.B. ein Pumpenhäusl, da wurde Anfang Januar die Menge entnommen, die geplant war Nämlich 2,5 Kubikmeter pro Sekunde Und nach drei Tagen war dieser See weg Das war nur noch eine Schlammwüste Nach drei Tagen! Bei Schneeschmelze und Starkregen kommt das Wasser wieder

Dann könnte München auch Wasser haben Aber dann braucht’s es sowieso nicht München will das hier für Notzeiten Aber genau da kann man hier kein Wasser holen, weil das Loisachtal das selber nicht hat Nur die toten Fische sind damals vom Bergsee übrig geblieben Die Loisachtaler gingen auf die Barrikaden Doch am Ende hat sich die Landeshauptstadt durchgesetzt Ein Fehlprojekt? Ein gigantischer Irrtum? Andreas Keller sieht es so Eine späte Genugtuung ist für ihn, dass er nun endlich gehört wird Auch dank seiner Hartnäckigkeit werden nun neue Untersuchungen angestellt Ein dreijähriger Pumpversuch der Stadtwerke München soll Erkenntnisse liefern, welche Entnahmemengen als unbedenklich für das Moorgebiet angesehen werden können Ob die Stadtwerke bereit sind einzugestehen, dass dieses Loisachtal nicht geeignet ist für eine Notwasserversorgung von München Ich glaube, dazu werden sie nicht bereit sein Das wird noch ein Kampf werden Denn längst ist das Loisachtal ein wichtiger Pfeiler der Versorgung geworden Alois Fuchs im Mangfalltal will um seine Zukunft kämpfen Der Biobauer ist gut vernetzt Über 100 Betroffene haben sich in einem Verein zusammengetan Rund 30 Landwirte sowie Gewerbetreibende und Privatleute Marion von Kameke vom Biogut Wallenburg soll wie Alois Fuchs in die strenge Zone 2 fallen Uns wird eigentlich nur gesagt: friss oder stirb Damit sind wir überhaupt nicht einverstanden Das ist oft wie in den Gutachten steht: “Beiderseitiges Einvernehmen.” “Es wird ein guter Konsens gefunden.” Und das, muss man klar sagen, ist nicht der Fall Konsens ist in den ganzen Unterlagen, den ganzen Akten nicht zu finden Sondern nur ein Sieger, und der heißt: Stadtwerke München Die Tierärztin hat das Gefühl, einen ungleichen Kampf mit den Münchner Stadtwerken und dem Landratsamt als durchführende Behörde auszutragen Marion von Kameke beklagt mangelnde Planungssicherheit und fühlt sich in ihren Rechten beschnitten Es nennt sich zwar offiziell Eigentum, aber das ist es in dem Moment nicht mehr In den Moment, wo Sie zwar selber was besitzen, aber andere darüber verfügen, ist es eigentlich enteignet Ich kann nicht selber entscheiden nach Sach- und Fachgründen, sondern soll irgendeine Behörde fragen, die das im Grunde sachlich und fachlich nicht beurteilen kann Der Betrieb ist auf eine bestimmte Größe ausgelegt Gebäude und Maschinen müssen ausgelastet sein Wenn für die Biogärtnerei und die etwa 60 Stück Milchvieh Flächen wegfallen, entsteht ein Ungleichgewicht Die Stadtwerke München erklären auf Anfrage, dass sie den Landwirten ihre Nachteile ausgleichen werden So heißt es: Doch vieles lässt sich kaum erstatten Beispiel Ausgleichsflächen Die sind rar, vor allem in Oberbayern Die Münchner Stadtwerke haben zuerst gleich Ja gesagt Die eine Möglichkeit wäre Ausgleichsfläche, aber sie haben keine Später haben sie uns Flächen angeboten mit etwa der gleichen Hektarzahl, aber 15 Kilometer auf der anderen Seite von Miesbach Für die Landwirtin ist das keine praktikable Lösung: Wie soll sie dort ihre Tiere halten? Und warum soll sie lange Fahrzeiten zu weit entfernten Flächen in Kauf nehmen? Ein schlechter Tausch, so ihr Fazit Wir Bauern werden immer so dargestellt, als ginge es uns nur um Geld Es geht uns darum, dass wir das hier machen über Generationen für Generationen Das ist nicht mit Geld auszugleichen Vom Landratsamt Miesbach, der durchführenden Behörde vor Ort, fühlt Marion von Kameke sich nicht unterstützt Dabei hätte sie sich gerade als Biobäuerin mehr erhofft Wir haben hier im Landkreis Miesbach den ersten grünen Landrat Dass ausgerechnet der hingeht und die Biobetriebe kaputt macht,

finde ich schon beeindruckend Unterstützung vom Landratsamt? Wir haben gar keine Das Landratsamt Miesbach ist für die Schutzgebietsausweisung zuständig Der Landrat sitzt als Staatsbeamter und gewählter Bürgervertreter zwischen den Stühlen Wolfgang Rzehak, hier Archivaufnahmen, sagt ein geplantes Interview wieder ab Schriftlich erklärt er: 9294001240461 In Miesbach steht der Landrat nun massiv in der Kritik. Zu Recht? Schon sein Amtsvorgänger war von der Regierung von Oberbayern ausdrücklich aufgefordert worden, das Schutzgebiet zügig auszuweisen Doch das Verfahren verzögerte sich jahrelang Das Umweltministerium ist die oberste Instanz in der Sache Während die Staatsregierung den Kommunalpolitikern bei der Ausweisung von Gewerbegebieten weitgehend freie Hand lässt, ist sie hier restriktiv Die Landräte sind gebunden an das Gesetz Sie sind beaufsichtigt von den Wasserwirtschaftsämtern Die geben ganz klare Dinge vor und haben einen relativ geringen Spielraum Allerdings ist es so, dass sie in besonderer Ortskenntnis und in Bewertung der lokalen Situation manchmal so ausgleichend wirken können, dass geringe Korrekturen möglich sind Aber groß ist dieser Spielraum nicht Wasserschutz ist eine hoheitliche Aufgabe des Staates Schließlich geht es um das wichtigste Lebensmittel Doch immer häufiger werden Schutzgebiete in Bayern zum Zankapfel, ziehen betroffene Gemeinden und Privatleute vor Gericht Auch in Uehlfeld in Mittelfranken wurde fast 20 Jahre lang um die Ausweitung eines Trinkwasserschutzgebiets gerungen Die Gemeinde liegt im Aischgrund, ein für Franken ungewöhnlich feuchter Landstrich Seit Anfang 2017 liegt der Hauptort Uehlfeld mit fünf weiteren Ortsteilen im Wasserschutzgebiet Bernd Loistl ist Kripo-Beamter im Ruhestand Der Pensionär engagiert sich in seiner Freizeit im örtlichen Sportverein Im niederschlagsarmen Franken muss der Sportplatz im Sommer regelmäßig bewässert werden Eines der einschneidenden Erlebnisse war sicherlich der Aspekt, als ich gelesen habe, dass dieser Sportplatz künftig nicht mehr bewässert werden darf Ich hab Enkelkinder, die Fußball spielen Jeder weiß, ein Fußballverein ohne vernünftigen Rasenplatz, den kann man dann eigentlich auch gleich auflösen Ein Schlüsselerlebnis für den Ex-Polizisten Er wurde zum Sprecher des Betroffenen-Vereins Das Problem: Der Sportplatz liegt in direkter Nachbarschaft zum Wasserwerk und zu den beiden Hauptbrunnen Doch der Sportplatz war zuerst da Der Sportplatz existiert seit 55 Jahren Das hat bislang noch nie zu Problemen geführt Jetzt stellt man plötzlich fest, dass hier von dem Sportplatz ein besonderes Gefährdungspotenzial ausgehen soll Ich kann’s nicht nachvollziehen Die Uehlfelder waren sauer Mittlerweile darf der Platz, dank einer Ausnahmegenehmigung, wieder beregnet werden Allerdings nur bis zu einem Durchfeuchtungsgrad von 70% Doch Ehrenamtliche sind keine Bewässerungsexperten Für Verfehlungen wird in der Verordnung ein Ordnungsgeld bis zu 50.000 Euro angekündigt Insgesamt zwölf Brunnen gibt es innerhalb des neuen Schutzgebiets Auch die Gemeinde selbst ist an dieses Netz angeschlossen und zufrieden mit der Versorgung Doch Uehlfeld braucht nur 10% des Wassers, muss aber sämtliche Auflagen und Kosten für das Wasserschutzgebiet alleine schultern Insgesamt wurde das Schutzgebiet um das 15-Fache vergrößert auf jetzt 26 Quadratkilometer Bürgermeister Werner Stöcker kann das Ganze immer noch nicht nachvollziehen Weder ich noch die Bürger verstehen, warum man so ein überdimensioniertes Schutzgebiet braucht, wenn’s bisher mit dem wesentlich kleineren Schutzgebiet sehr gut funktioniert hat Vor allem weil jetzt die ganz bebaute Fläche mit drin ist

Die Folgen: Der Ort wird in seiner Entwicklung massiv gehemmt Gewerbebetriebe haben zwar Bestandsschutz, können aber meist nicht erweitern Baugebiete auszuweisen ist schwierig im Vergleich zu anderen Gemeinden, sagt der Bürgermeister Und die Immobilien in Uehlfeld verlieren an Wert Für Gewerbe-Neuansiedlungen ist das Schutzgebiet ein K.o.-Kriterium Ich bin seit November 2010 Bürgermeister dieser Gemeinde und hab seitdem keinen einzigen Quadratmeter Gewerbefläche verkaufen können Denn wenn ich dem Bauwerber am Telefon sag, “Du wirst in ein Wasserschutzgebiet kommen”, dann will der von mir nicht mal mehr wissen, was der Quadratmeter kostet Der sagt: “Danke fürs Gespräch.” Während Landwirte Entschädigungen für wirtschaftliche Nachteile erhalten, müssen Privatleute und Gewerbebetriebe diese erst auf dem Klageweg erstreiten Der Sprecher des Bürgervereins, Bernd Loistl, kennt einige solcher Beispiele: Die Situation ist, dass wir hier eine alte Hofstelle haben, die in den letzten Jahrzehnten von Brunnen systematisch eingekreist wurde Mit der neuen Verordnung wurde dieses Areal jetzt in die Zone 2 eingegliedert Im Grunde genommen sitzen die Leute hier auf 7000 Quadratmetern Grund und können nichts mehr damit anfangen Eine Entschädigung des Wasserversorgers ist für derartige Fälle eigentlich nicht vorgesehen Es sei denn, der Bürger, der Betroffene, kann es sich leisten, gegen den Wasserversorger auf Entschädigung zu klagen Nutznießer der Schutzgebiets-Erweiterung ist die Fernwasserversorgung Franken Ein kommunaler Zweckverband aus sechs Landkreisen und der Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber Die FWF versorgt weite Teile Unter- und Mittelfrankens mit Trinkwasser In Franken wird das Trinkwasser oft durch Fernwasserversorger erschlossen, denn große Wasservorkommen sind rar Doch wie verteilt man die Lasten gerecht? Mehr Solidarität vom Zweckverband und den dahinter stehenden Landkreisen, das hätte sich Bürgermeister Stöcker gewünscht Doch die immer wieder erbetene Unterstützung blieb aus In mehreren Gesprächen hat sich immer wieder gezeigt, dass die Kernaussage der FWF so ist: Wir haben das Recht, dieses Schutzgebiet zu beantragen Und wir haben keine Pflicht, Entschädigungen für die Mehraufwendungen zu zahlen Wie also sollte er den Wasserversorger dazu bewegen, für Entschädigung zu sorgen? Eine rechtliche Handhabe gibt es nicht Im Umweltministerium setzt man auf freiwillige Lösungen Wer den Vorteil hat, soll es dem, der den Nachteil hat, entsprechend entgelten Das ist ein aufwendiges Verfahren, hier eine gerechte Lösung zu finden Eine “gerechte Lösung”? Das für die Ausweisung zuständige Landratsamt Neustadt an der Aisch hatte sich gegen eine Erweiterung ausgesprochen und die Schutzfähigkeit des Gebiets in Zweifel gezogen Mitten in der strengen Schutzzone 2 liegt ein Asphaltmischwerk, dort wird auch Asphaltbruch gelagert Ein problematischer Stoff Nur einen Steinwurf vom Wasserwerk und den beiden Hauptbrunnen entfernt hat ein Baustoff-Fertigungsbetrieb seinen Sitz Dazu kommen zwei Tankstellen im Ort und die stark befahrene B 470, die das Gebiet durchquert Für Landrat Helmut Weiß war nicht nur die Schutzfähigkeit nicht gegeben Auch die Größe des Areals hielt er für unverhältnismäßig Vor der Kamera möchte er sich dazu nicht äußern Seine Weigerung, das Schutzgebiet in der geplanten Form auszuweisen, sorgte für eine außergewöhnliche Reaktion der übergeordneten Behörden Das Umweltministerium hat die Regierung angewiesen, ich nenne es jetzt mal so, das unter Zwang auszuweisen, obwohl der Landrat sagt, es ist nicht schützbar in der vorgelegten Form und Größe Das war für mich schon ein Tiefschlag in der Demokratie, dass man einen Selbsteintritt fabriziert, der bisher nur einmal, und zwar in Wackersdorf, angewendet wurde, als da der Landrat die Unterschrift verweigert hatte Anfang 2017 tritt die Verordnung in Kraft Den zweiten Selbsteintritt in der Geschichte Bayerns setzte die damalige Umweltministerin Ulrike Scharf durch Auch ihr Nachfolger im Amt, Umweltminister Marcel Huber, stellt sich hinter diese Entscheidung Der Landrat ist auch ein staatliches Organ

Er hat ja nicht nur als gewählter Landrat die Rolle, die Kreisverwaltung zu führen, sondern er ist auch Staatsbeamter, unterste staatliche Ebene Als solcher hat er die Aufgabe, staatliches Recht umzusetzen Dafür hab ich nicht so ganz viel Verständnis Die Gemeinde Uehlfeld klagt nun beim Verwaltungsgerichtshof gegen die Rechtmäßigkeit der Verordnung Bürgermeister Werner Stöcker will zumindest einen finanziellen Ausgleich für seine Kommune erwirken Hier wär es angebracht, wenn der Wasserversorger mal gesprächsbereit wär, dass diese Mehrauflagen vielleicht auf den Wasserpreis umgelegt werden und somit alle einen Teil der Last tragen Immer wieder wird gefordert, für solche Fälle einen sogenannten Wasserpfennig oder Wassercent, vielleicht auch einen Fonds, einzuführen Doch im Umweltministerium setzt man wie bisher auf Freiwilligkeit Alles, was unser Trinkwasser verteuert, wollen wir vermeiden Andere Bundesländer haben so was Die tun sich leichter mit solchen Maßnahmen Bei uns ist es bisher nicht notwendig gewesen Sollte sich rausstellen, dass das auf Dauer nicht mehr geht, dann muss man drüber nachdenken Biobauer Alois Fuchs will nicht kleinbeigeben und hat sich Unterstützung geholt: den Geologen Otto Heimbucher Er ist häufig für Betroffene von Schutzgebietsausweisungen tätig und hat bei diesem Streitfall bereits die Stadt Miesbach beraten Er plädiert für mehr neue Brunnen, am besten im Außenbereich Man windet sich Es ist eine teure Angelegenheit Darf man nicht vergessen Das kostet ja Geld, Brunnen neu anzulegen, Wasserversorgungen aufzugeben, neue Schutzbereiche zu suchen Wo’s auch wieder Konflikte gibt mit den Grundstückseigentümern Die letztlich aber die Kosten tragen müssen Fest steht: Neue Brunnen bedeuten oft neuen Ärger Da hält man lieber an bestehenden Lösungen fest und versucht, diese auszubauen Da muss eben auch geklärt sein, dass die Auflagen richtig sind und die Grenzziehungen auch richtig sind Wenn das nicht der Fall ist, dann ist der Widerstand sehr groß Vor allen Dingen wenn die Kriterien nicht nachvollziehbar sind Doch vieles ist für den Bürger nicht nachvollziehbar Das Wasser fließt ja im Verborgenen Auch Alois Fuchs hadert mit den vorgelegten Grenzen Irgendwie ist die Grenzziehung manchmal nicht ganz nachvollziehbar Z.B. auch wie Richtung Weyarn raus, da ist die ganze Grenze genau die Bundesstraße Da ist genau die Grenze Ich weiß nicht, ob das Wasser genau weiß, wie’s laufen muss Das ist manchmal etwas komisch nachzuvollziehen Die Grenzziehung ist der schwierigste und strittigste Punkt bei der Ausweisung von Wasserschutzgebieten Wenn sich kein Konsens finden lässt, ist oft ein neutraler Gutachter notwendig Olaf Pattloch weiß, wie schwierig das Ringen um die Grenzen eines Schutzgebiets ist Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Grundwassererschließung betreibt ein Büro in Gunzenhausen Er kennt beide Seiten, ist für Betroffene ebenso tätig wie für Wasserversorger Olaf Pattloch hat schon viele Schutzgebiete ausgearbeitet Ist manchmal so ein bisschen der Ritt auf der Kanonenkugel, das Abwägen Es gibt ja den bayerischen Weg, der sagt: Wir wollen also so viel wie nötig, so wenig wie möglich Und da immer das richtige Maß zu finden und argumentativ die Interessen abzuwägen, klar, das Hauptinteresse ist der Grundwasserschutz, ist entsprechend schwierig Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern versucht er, tragfähige Lösungen zu erarbeiten Alle Betroffenen zufriedenzustellen und gleichzeitig optimalen Wasserschutz zu gewährleisten, ist schwierig Am Ende wird es Auflagen geben und damit auch Unzufriedenheit Irgendwann sind Sie gezwungen, in der Landschaft Grenzen zu ziehen Erklären Sie mal den Betroffenen, warum bei einer Straße der Nachbar links im Wasserschutzgebiet ist und der Nachbar rechts nicht Wenn die beiden sich nicht mögen, können Sie sich vorstellen, was daraus für eine Diskussion entsteht Im hauseigenen Labor werden Proben untersucht, um Aufschluss über die Durchlässigkeit des Bodens zu bekommen Viele kleine Details ergeben am Ende ein Gesamtbild über die Situation im Untergrund Für den Experten ist klar: Je knapper Grund und Boden wird, desto heftiger wird der Streit um die Nutzung Ein Wasserschutzgebiet ist wie ein Zahnarztbesuch

Wenn ich den nicht brauche, ist es optimal Aber die Akzeptanz ist vielleicht größer, wenn ich die Eigenwasserversorgung vor Ort hab Denn der Bürger, der das Wasser trinkt, was er hier schützt, hat ein Interesse an dem Schutz Im Mangfalltal rund um Miesbach ist es genau umgekehrt Dort wächst der Ärger, Schutzgebiete v.a. für die Münchner pflegen zu müssen Ein weiterer Streitpunkt: München beruft sich dabei auf sogenannte Altrechte Sie sind über 100 Jahre alt und nicht explizit festgeschrieben Doch die Stadt leitet daraus das Recht ab, uneingeschränkt, unentgeltlich und unbegrenzt Mangfallwasser beziehen zu können Betroffene, wie die Miesbacher Landwirtin Marion von Kameke, sehen darin eine Benachteiligung Wenn sich jemand auf Altrechte beziehen kann, ist der Betroffene in einer schlechteren Position als jeder andere Bürger, der neu in der Ausweisung von einem Schutzgebiet betroffen ist Für uns geht es darum, nicht gegen Wasserschutz zu sein Wir alle wollen sauberes Wasser aus dem Wasserhahn Wir möchten, dass es zu den Rechtsgrundlagen geht, die heute für jeden Bürger in Deutschland gelten Das Landratsamt Miesbach hat diese Rechte auf Wunsch des Umweltministeriums neu geprüft Das Ergebnis: 18862801240461 Bei einer Privatisierung des Wassermarktes, so das Landratsamt, müsste neu über die Rechte verhandelt werden Marion von Kameke und Alois Fuchs sind im Verein “Unser Wasser” engagiert Beim jährlichen Hoffest auf Gut Wallenburg hat der Verein diesmal einen Infostand aufgebaut Im Mittelpunkt: die sinnbildliche Krake München Gekämpft wird bis zum Schluss, weil nur der, wo nicht kämpft, hat verloren Man muss die Bevölkerung sensibilisieren Es gibt viele, das sieht man auch heute in Gesprächen, die die Problematik noch nicht so erkannt haben Was da auf jeden einzelnen Bürger im Landkreis Miesbach zukommt Dabei wird es allmählich ernst Ende September soll ein Anhörungstermin stattfinden, bei dem die Betroffenen ihre Einwendungen gegenüber den Planungsbehörden noch einmal darlegen können Ich sehe das nicht, dass unser Landkreis und wir Bauern solche Einschnitte kriegen und die Stadt München zieht das Wasser raus Das, was sie raus getan haben, können sie raus tun Aber uns sollen sie in Ruhe lassen Wenn der heute sagt, du kriegst eine Ausnahmegenehmigung, aber nächstes Jahr heißt es vielleicht im Landratsamt: “Nein, das geht nicht mehr.” Das hilft uns nix. Wenn, dann brauchen wir klare Regeln Was wollen wir eigentlich? Nur Freizeit, gesundes Wasser Und denen, die die Landwirtschaft machen, die die Lebensmittel normal produzieren, macht man das Leben schwer, dass jeder Zweite das Handtuch schmeißt Ob’s dann besser wird, wenn’s ein größerer Konzern hat, weiß ich auch nicht Und am Ende betrifft es das gesamte Oberland Denn wenn eine Stadt so unheimlich wächst und behauptet: “Wir brauchen das Wasser und zwar zu unseren Konditionen.” Das entrechtet alle in diesem Einzugsgebiet Am Ende sind wir alle nur noch die Hausl für München München will an der derzeitigen Strategie festhalten, um das Trinkwasser für 1,5 Mio. Einwohner zu sichern Konsequent hat die Stadt über Jahrzehnte ihren Einflussbereich im Mangfalltal ausgebaut und immer mehr Grundstücke rund um das Wassereinzugsgebiet am Taubenberg gekauft Sie besitzt dort inzwischen 1800 Hektar Fläche Jeder Münchner verbraucht rund 130 Liter Wasser pro Tag Viele fordern, die Stadt solle sich ortsnah mit Wasser versorgen Z.B. aus dem Hofoldinger Forst in der wasserreichen Schotterebene So wie es das Wasserhaushaltsgesetz vorsieht Ob eine Versorgung dort möglich wäre? Bislang sind die Brunnen dort als Reserve gedacht Dazu die Stadtwerke: 20700001760461 “Sämtliche Umlandgemeinden …”? Ist das wirklich so? Im Loisachtal gibt es gerade mit den Münchner Umlandgemeinden Ärger Einige von ihnen sind längst an das Münchner Netz angeschlossen

und werden auf diesem Weg mit Loisachtalwasser versorgt Bürgermeister Martin Wohlketzetter aus Farchant hat bereits ein Schutzgebiet für die Münchner Trinkwasserversorgung in seiner Gemeinde Er denkt in die Zukunft: Die Region München wächst und er fürchtet neue Begehrlichkeiten Es bekommt nicht nur die Stadt München Wasser, sondern auch Umlandgemeinden Wir haben darauf gepocht, dass die Umlandgemeinden, wie wir, das Wasser laut Vorgabe Wasserhaushaltsgesetz in der Nähe sich holen und nicht sich von München bedienen lassen Immerhin ist das Loisachtal rund 80 km vom Großraum München entfernt Mehrere Gemeinden vor den Toren Münchens beziehen ihr Trinkwasser auf diesem Weg aus dem Loisachtal Sie haben es versäumt, eigene Wasserschutzgebiete auszuweisen Fünf von ihnen wurden nun in einem Bescheid vom Landratsamt Garmisch-Partenkirchen dazu aufgefordert, sich bis 2025 um eine eigene, ortsnahe Versorgung zu kümmern Im Wasserhaushaltsgesetz heißt es dazu seit 2002: 21729201720461 Darauf pochen nun die Loisachtaler Sie fordern von diesen Gemeinden konkrete Nachweise, dass die sich tatsächlich nicht selbst versorgen können Wer das nicht nachweisen kann, soll ab 2026 kein Loisachtalwasser mehr bekommen Auch in Farchant und Oberau haben sich Betroffene in einem Verein zusammengeschlossen Regelmäßig kommt man hier zusammen Ehrengast diesmal ist Landrat Anton Speer Er ist der Verfahrensführer im Konflikt mit den Umlandgemeinden Wir hoffen jetzt auf die Rückmeldung dieser betroffenen Umlandgemeinden im Raum München und dann werden wir sehen, wie wir weiter in dieser Sache vorgehen Wie die betroffenen Gemeinden am Münchner Stadtrand damit umgehen? Der Neubiberger Bürgermeister Günter Heyland hat seine eigene kleine Berglandschaft im Landschaftspark Hachinger Tal Auch er hat Post aus dem Garmisch-Partenkirchener Landratsamt bekommen In Neubiberg gibt es viel Grün Heißt das, es gäbe Platz für ein Wasserschutzgebiet? Wir haben’s ja geprüft: Es ist nicht möglich Das Wasserwirtschaftsamt hat unsere Einschätzung der Situation bestätigt und diese Einschätzung dem Landratsamt gegenüber so geäußert Neubiberg, so der Bürgermeister, sei bereits zu 90% bebaut Und die Gemeinde wächst Ein Schutzgebiet für einen Brunnen, der eine Million Kubikmeter Wasser pro Jahr liefert, sei auf seiner Flur nicht mehr möglich Im Gegensatz zum Loisachgebiet habe er andere Rahmenbedingungen Wir befinden uns hier in einer prosperierenden Metropolregion mit unglaublichem Zuwachs an Wohnbebauung, an Gewerbe und an Verkehr Wir müssen letztendlich infrastrukturell immer nachbessern und der Platz für weitere Brunnen oder für Wasserschutzgebiete fehlt hier einfach Eine klare Absage an die Aufforderung aus dem Loisachtal Doch dort will man das so nicht akzeptieren Stadt und Umland bekommen unser Wasser und die Gewerbegebiete und damit die Gewerbesteuer Und wir bekommen die Wasserschutzgebiete und die Einschränkungen Das ist nicht wirklich fair verteilt Zumal Farchant eng eingeschlossen ist in eine Berglandschaft, mit wenig potenzieller Nutzfläche in Tallage und bereits reich mit weiteren Schutzgebieten versehen Das Stadt-Land-Gefälle ist so, wie es ist, langfristig nicht zu dulden Sondern man muss sich einfach mal wehren und sagen: Liebe Stadt-Leute, wir am Land sind nicht eure Knechte und eure Diener, sondern wir haben auch eigene vitale Interessen und die gilt’s zu verteidigen Doch die Stadt-Leute tun sich weiterhin schwer, ihn zu verstehen Bürgermeister Heyland sind die vitalen Interessen seiner Nachbargemeinden näher als die der Loisachtaler Auch wenn es unterm Strich die gleichen sind Grasbrunn hat Neubiberg eine Teilmenge Wasser angeboten Weshalb er abgelehnt hat: Wenn wir Wasser aus anderen Gemeinden nehmen würden, muss ein Teil der Fläche als Wasserschutzgebiet ausgewiesen werden und diese Gemeinde hat dann keine Möglichkeit mehr,

diese Flächen irgendwie anderweitig zu entwickeln Für Gewerbe oder für Wohnungsbau oder sonstige Dinge Gewerbe und Wohnungen nur für “prosperierende Umlandgemeinden”? Für Günter Heyland steht bereits fest, wie die Sache am Ende ausgehen wird Ich bin überzeugt davon, dass das Ergebnis zugunsten der Gemeinde Neubiberg und seiner Bürger ausgehen wird, wir also weiter Wasser aus dem Loisachtal beziehen werden Es ist klar, dass wir diese Eigenversorgung hier nicht vornehmen können Wenn ich immer nur Einzelgemeinden betrachte, ist es für eine einzelne Gemeinde schwierig Wenn ich mich endlich als Münchner Schotterebene südlich von München begreife und zusammenarbeite, gibt’s sehr wohl Lösungen Und Wasser Neubiberg hat nun Klage gegen den Bescheid des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen beim Verwaltungsgericht eingelegt Immer mehr Gemeinden ziehen wegen Wasserstreitigkeiten vor den Kadi Eine beunruhigende Situation? Die Politik versucht noch entspannt zu bleiben und wiegelt ab Sicherlich, es gibt immer wieder innerhalb dieser Gesetzgebung Schwierigkeiten, wenn einer nicht kooperativ denkt Wenn das alles nichts wird und diese Fälle des Nichteinigens überhand nehmen, muss man’s anders regeln Dass es Einzelfälle von Nachbarschaftsstreitigkeiten gibt, das gibt’s in anderen Bereichen auch Und das ist, glaub ich, leider menschlich Rund 40 Klagen sind derzeit am Verwaltungsgerichtshof anhängig Familie Fuchs im Mangfalltal wartet gespannt auf die endgültige Entscheidung in Sachen Wasserschutzgebiet Welche Perspektive hat ihr Hof, auch für die nächste Generation? Keiner hat eigentlich was dagegen, dass die unser Wasser nehmen Aber diese rechtlichen … Was die sagen, was wir machen müssen: Das ist einfach Die zerstören unser Leben, wenn man das mal so sagen kann Weil: Wir haben ja dadurch keine Zukunft mehr Ich hab irgendwie eine Verpflichtung gegenüber meinen Kindern Ich möchte alles versuchen, damit ich meinen Kindern das so weitergeben kann Ich möchte mit gutem Gewissen zu meinen Kindern mal sagen: “Ich hab alles probiert.” Und das nicht so hinnehmen Ende September geht der Streit in eine neue Runde Alois Fuchs wird ihn notfalls vor Gericht austragen Er ist auf alles gefasst Untertitelung: BR 2018