Ausflug ins Allgäu

(Dynamische Musik) (Ruhige Musik, Vogelrufe) Es wird Nacht im äußersten Süden des Allgäus Und für manch einen ist die heute ziemlich kurz Vier Uhr morgens, meine Beine funktionieren zum Glück schon Der Rest ist noch im Tiefschlaf Aber ich hab mir sagen lassen, dass man die Sonnenaufgangstour aufs Riedberger Horn nicht verpassen darf Und bevor ich es vor Müdigkeit ganz vergesse: Herzlich willkommen im Allgäu! Wollen wir los? Zusammen mit Naturführer Wolfgang Zeller geht es steil bergan zum höchsten Gipfel der Hörnerkette Langsam dämmert es Auch die Natur erwacht aus ihrem Tiefschlaf (Dynamische Musik) Nach einer guten halben Stunde ist die erste Kammhöhe erreicht Ab hier wird das Gelände unwegsamer Die Tour zum Riedberger Horn führt mitten durch den Naturpark Nagelfluhkette Für die vielen Berghühner dort ist Anfang Juni Balzzeit Da gibt es ähnlich wie bei Hirschen den Platzhahn. – Mhm An den Balzplätzen geht es darum: Wer ist Chef vom Balzplatz? Und da führen die sich ganz schön auf (Er atmet schwer.) Mit etwas Glück kann man die gurrenden Laute tatsächlich hören (Leises Gurren) (Dynamische Musik) Jetzt zeigt er sich – Ich dachte, wir wären schon oben Fast. Also, rein mental sind wir schon oben. – Ja Nur ein paar Schritte. – Du weißt, wie man Leute motiviert (Dynamische Musik) Kurz vor sechs ist der Gipfel erreicht Gerade noch rechtzeitig Der Aufstieg hat sich gelohnt “Der Sonne Morgenstrahl weckt alle Kreatur, glänzt über Berg und Tal – wie schön ist die Natur?” Wenn das mal nicht stimmt Die Aussicht von Riedberger Horn mit seinen knapp 1.800 Metern ist fantastisch Nicht umsonst einer der schönsten Panoramaberge im Allgäu (Dynamische Musik, Vogelgezwitscher) Ich mach sie ja öfters, die Tour Trotzdem ist es jedes Mal wieder schön Darum quäle ich mich auch gerne in der Früh wieder raus So wie heute war’s noch nie – Nee? Nein, es ist jedes Mal anders So, dann geht’s wieder Richtung Tal Aber schau mal wie schön das jetzt alles glitzert hier. – Mhm. Toll (singt:) “Ja, ja, so blau, blau, blau blüht der Enzian.” Wie geht’s weiter? (singt:) “Wenn beim Alpenglüh’n – (beide) … rote Rosen blüh’n.” Ach, guck mal, da blüht’s pink Alpenrosenblüte im vollen Gang Schee Blühen die nur jetzt? Oder das ganze Jahr? Nö, das ist grad jetzt für dich – Wirklich? Ein Blumenstrauß – Mmm Tatsächlich blüht die bloß so Mitte Juni für drei Wochen oder so um den Dreh Und auch nur in höheren Gebirgslagen über 1.000 Meter Richtung Tal kommt sie immer seltener vor Jetzt kommen wir langsam zur Hütte, da gibt’s Futter für uns Schön – Ganz lecker, das wird gut Ich hab schon richtig Hunger – Die machen selber den Käse Und ich hoffe, dass wir da jetzt schon um die Uhrzeit ein gescheites Frühstück kriegen mit einem gescheiten Käsebrot. – Ja Die Sennalpe Ornach liegt auf knapp 1.400 Metern Höhe (Dynamische Musik) Senner Erwin Höchenberger sorgt dafür, dass aus guter Allgäuer Milch ein ebenso guter Bergkäse wird (Dynamische Musik) “Allgäuer Bergkäse” ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung Er darf nur in genau festgelegten Regionen hergestellt werden Am besten auf einer der Sennhütten in den Bergen Der sogenannte Käsebruch kommt in spezielle Formen und wird über Nacht gepresst

Das Allergrößte für mich ist das Käsemachen Die Faszination, Lebensmittel herzustellen, was teilweise unkalkulierbar ist Dass man nicht sagen kann, das ist richtig oder falsch Jeden Tag ist das Wetter anders, die Kühe sind anders, die Milch ist anders In der Sennerei läuft es anders Das ist eigentlich für mich das, was mich reizt an der ganzen Sache Und zwar so, dass Erwin seinen eigentlich Beruf als Industriemechaniker nur noch im Winter ausübt Im Sommer wohnt er mit seiner Familie auf der Sennalpe und genießt das Leben abseits vom Trubel Dann konzentriert er sich ganz darauf, einen perfekten Bergkäse zu machen Die Fleischbröckchen, die sich nicht ganz aufgelöst haben, sind die Grieben, das ist ein bissl angeröstet Das haben wir jetzt gebraucht – Haben wir uns verdient Mhm Und das gute Stück hier Das pack ich jetzt ein, das brauch ich später noch Jetzt wird erst mal weiter Kraft getankt denn ich wandere gleich weiter, auf eine besondere Art und Weise Wasser und wandern, dazu springen, schwimmen und klettern Das ist Canyoning Im Allgäu geht das besonders gut (Bewegte Musik) Beim Springen: Wir springen immer Füße voraus ins Wasser Weil es könnte manchmal sein – unsere Becken sind nicht so tief -, dass ihr unter Wasser den Boden berührt Das wollen wir mit den Füßen machen Der Absprung ist genauso wichtig Ich zeig euch, wo man auf dem Fels einen guten Absprung findet Bitte stellt euch in Schrittstellung Nicht beide Füße zusammen, da ist man auf diesem Untergrund viel instabiler Die Arme nehmen wir an den Körper ran Wir versuchen, nicht zu fliegen So beispielsweise ist gut Nach einer ausführlichen Einweisung der erste Wasserkontakt Schließlich wird heute jeder nass Am besten, man gewöhnt sich gleich daran (Dynamische Musik) Wichtig beim Abseilen: Konzentration Schließlich hängen die meisten heute zum ersten Mal im Fels (Dynamische Musik) Wow, das macht Spaß! Adrenalin pur! Ich hab mich selber abgeseilt Alles hing an mir. Gott sei Dank hab ich mich gerettet Canyoning-Guide Philipp Reisigl begleitet die Einsteigertour im Ostertaltobel Gut drei Stunden lang wandern die Teilnehmer mit der Strömung durch den Gebirgsbach, erleben dabei entspannte Passagen, aber auch echten Nervenkitzel (Dynamische Musik) Philipp, kann jeder Canyoning machen? – Ja, praktisch jeder Deswegen gibt es Bäche in verschiedenen Schwierigkeitsgraden Beispielweise hier im Ostertal haben wir das Schöne, dass man jede Stelle umlaufen kann Wenn irgendjemand sich nicht abseilen will, das kommt vor, kann man hier außen rumlaufen Und so können auch Einsteiger sich gut an den Sport herantasten Besonders beliebt: das Plumpsklo So heißt diese zweistufige Rutsche Gut angekommen? Dann erst mal Signal geben Und weiter geht’s (Dynamische Musik) ♪ I know that I rise when I fall ♪ ’cause I fell in love with a curtain call Deutlich mehr Überwindung kosten die Sprünge Manche aus einer Höhe von bis zu vier Metern Damit alle sicher landen, gibt Philipp genau vor, wohin man springen muss Und fast alle trauen sich Fast Der guten Stimmung tut das keinen Abbruch Schließlich hat der Rest der Tour perfekt geklappt und auch noch Spaß gemacht Wieder auf dem Trockenen geht’s nach Ofterschwang in eins der fünf Hörnerdörfer am Fuß der Hörnergruppe Frisch geduscht und getrocknet geht’s weiter

Und jetzt kommt auch mein Käse zum Einsatz Im Bauernhaus Busche Berta wartet bereits Hobbyköchin Annette Bader So, Annette, was machen wir damit? Da machen wir jetzt Kässpatzn draus Ja, der sieht ja gut aus Machst du gleich mal die Rinde ab? – Ja Dann kannst du das auch gleich reiben Benutzen wir das ganze Stück? – Ja, das brauchen wir alles Je älter der Bergkäse, desto aromatischer die Kässpatzen Also nur nicht geizen Es ist eigentlich ein Arme-Leute-Gericht Es gab hier früher in den Bergen nicht viel, was die Bergler, die Bauern hatten Die hatten ihren Käse, den sie selber gemacht haben Die hatten Eier von ihren eigenen Hühnern, Milch und Mehl, und mehr braucht man eigentlich zu den Kässpatzn nicht Traditionelle Küche eben Zuerst die Eier zum Mehl geben und kräftig rühren Anschließend gut salzen Fertig ist der Teig Als Nächstes reichlich Zwiebeln in Butter anbraten Das gibt es ja auch mit schaben – Ja, das gibt’s im Schwäbischen Das ganze Stück? – Das ganze Stück kommt rein Hohoho, ganz schön gehaltvoll (Heitere Musik) Hier drüben ist ein Sieb Jetzt? – Ja, jetzt Also, galant essen, kann man die, glaub ich, nicht Oh, heiß Über den Käseteig kommen die gebratenen Zwiebeln, Schnittlauch und Pfeffer Kalorien zählen verboten! Klasse! – Magst du probieren`? Jaaa, natürlich Das hier ist alles total Ich kann mich nicht konzentrieren bei dem Käse Das hier ist alles total urig Du hast auch ein Dirndl an Ich hab den Eindruck, es ist euch wichtig, hier Traditionen zu wahren Stimmt das? Ja, auf jeden Fall Wir werden eigentlich schon so erzogen Wir wachsen schon so auf, würde ich sagen Wir sind von klein auf in Vereinen – was ja auch gut ist Also gar nicht altbacken, wie man das von seinen Großeltern kennt Nein, das würde ich überhaupt nichts sagen Das ist für uns einfach echt Das ist ein Lebensgefühl, das ist was für uns dazugehört Dann schauen wir jetzt mal, wie “echt” schmeckt Ja, probier mal – Guten Appetit Lass es dir schmecken Prost – Zum Wohl In den Hörnerdörfern ist das traditionelle Allgäu noch überall lebendig Das Wissen und die Bräuche werden von Generation zu Generation weitergegeben Daran hat auch der Tourismus nichts geändert Aber selbst der hat ganz im Süden des Allgäus bereits Tradition Im Sommer beliebtes Wanderrevier, kommen im Winter die Skifahrer Die Hörnerbahn erschließt die Bergwelt das ganze Jahr über Einige Gastgeber bieten das Programm “Bergbahnen inklusive” an (Muhen) Wer bei ihnen übernachtet, kann die Bahn umsonst nutzen Alle anderen Gäste erhalten bei einem Urlaub in den Hörnerdörfern die Allgäu-Walser-Card Damit ist die Fahrt zumindest ermäßigt Zahlreiche Attraktionen sind sogar kostenlos Dazu gehören im Sommer die fast täglichen Aufführungen der Musikvereine und Trachtengruppen Genau die richtige Einstimmung auf einen Urlaub in den Bergen (Volksmusik) Fischen, das größte der Hörnerdörfer, ist ein heilklimatischer Kurort mit vielen Restaurants und Geschäften Mitten im Ortszentrum das Heimathaus In der oberen Etage ist das Skimuseum des internationalen Skiverbandes FIS untergebracht Immerhin sind die Hörnerdörfer Austragungsort von Weltcup-Rennen und deshalb bei Wintersportlern bekannt Mit der Allgäu-Walser-Card kommt man kostenlos in das Museum (Vogelgezwitscher) (Er spielt einen Ton der nachgesungen wird.) (Sie singen mehrstimmig.) Die Jodlergruppe Ofterschwang beim Einsingen Ganz wichtig ist, dass man hört, ob es vom Gesamtklang dazupasst

Dominik Speiser nimmt es mit den richtigen Tönen genau Laaaaaa – Laaaaa Tiefer. Laaaaa – Laaaaa (in verschiedenen Tonhöhen singen sie:) Laaaaaa Jeder Ton muss sitzen Auch beim Jodeln (Sie jodeln.) Wie geht denn das? Jodeln Da muss man ja irgendwas machen mit der Zunge, mit dem Mund Erkär mir mal, wie das geht – Ja, ähm Der Unterschied … Es gibt eine Bruststimme und Kopfstimme Die tieferen Töne singe ich in der Bruststimme, ganz kräftig und klar – probiere ich zumindest Und dann gibt es die Kopfstimme, das sind bei mir die höheren Töne Kannst du mir das ein bisschen zeigen, beibringen, dass ich ein bisschen das Gefühl kriege, wie sich das anfühlt? Ja, das können wir probieren Ich singe dir mal was vor Und probieren wir zusammen, das nachzusingen. – Oh Gott Es ist die Mischung zwischen der Brust- und Kopfstimme Also zum Beispiel (singt:) Uoduduoduduodudu (zögerlich:) Ja – Ja, genau Ganz schön lang Hast du den Unterschied gehört zwischen der Brust- und Kopfstimme? So ungefähr? – Ja Jetzt fangen wir mit dem oberen Ton an Duuuuuu – Duuuuu Und dann gehen wir ein wenig runter (Sie singt auf verschiedenen Tonhöhen.) (sie singen:) Duoduduoduduodudu Ja, uns jetzt noch ein bissl mit Schwung. – Okay Hau deine Stimme raus (Sie jodeln.) Eine Etage höher geht es ebenfalls musikalisch zur Sache Hier probt der Trachtenverein “Alpenrose” (volkstümliche Akkordeonmusik) Für diesen Fernsehauftritt haben alle ihre festlichen Trachten angezogen Schon die Kleinsten platteln nach bester Allgäuer Manier Anleitungen bekommen sie von Aktiven, die regelmäßig bei Veranstaltungen auf der Bühne stehen und jahrelange Erfahrung haben (Volkstümliche Akkordeonmusik) Dass sich Kinder und junge Erwachsene gemeinsam zum Platteln treffen, zeigt, wie sehr Traditionspflege im Allgäu verwurzelt ist Eine Altersstufe weiter sind die Schrittfolgen schon deutlich komplizierter Auch hier gibt es Verbesserungs- vorschläge vom Fachmann (Unverständlich) Spiel noch mal (Volkstümliche Akkordeonmusik) Schon falsch Rechts, links, eins, zwei Da ist das Erste Okay Was war das noch mal? Stampfen, klatschen, rechts, links, eins, zwei Ach so, ich darf nicht mit beiden, ich muss so machen? – Ja Dann geht’s weiter: Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs Ja, mit Sicherheit. – … sieben, acht, neun, zehn, elf Kein Wunder, dass deine Beine so rot sind Meine sind jetzt auch schon rot von dem bisschen Geklatsche Oh Gott! (singt:) … rechts, links, eins, zwei Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht (Simin lacht.) Und hoch! Haaaaa! Der Männerpart ist ein bisschen schwierig, der Frauenpart sah leichter aus, den probiere ich (Sie seufzt.) Man erkennt mich nur noch an den Schuhen

Und, was sagt ihr? Fesch? – Ja, super! Einwandfrei – Wunderbar Musik (Volkstümliche Akkordeonmusik) Jetzt bloß keinen Drehwurm bekommen (Simin lacht.) Jetzt ist mir schon total schwindelig Ach du grüne Neune! Ich glaub, da spring ich eher wieder Ja, das ist auch Übungssache Mit vier Jahren kommen sie dazu Und dann geht’s weiter bis 16 Und dann halt – Dann kommt man zu den Großen- Zu den Aktiven, wo wir sind Da bleibt man dann auch, bis man heiratet Ja, dann ist Feierabend – Feierabend beim Platteln Also ist das quasi eine moderne Art des Flirtens, oder nicht? Kann man so sagen – Ja Man kennt sich halt von klein auf, da kennt man sich eigentlich schon, aber man kann das so nennen Das sind eigentlich schon die ersten Kontakte, wo man sich näher kommt Beim Tanzen und (alle:) Käsekuchen! Wo bekommt man so eine Tracht eigentlich her? Vor allem die Hosenträger, die find ich ganz toll Die Hosenträger hat meine Mutter selber gemacht Aber wenn man jung anfängt, hat man kleine Hosenträger, dann haben wir unseren Trachtentausch Da ist dann die nächste Größe da Das Gleiche mit der Lederhose Die Schuhe sind ein Erbstück von meinem Opa, also von meinem Vater weitergereicht So kriegt man das nach und nach zusammen. Und der Hut genauso Wer keine Erbstücke hat oder eine Mutter, die nähen kann, der fährt nach Oberstdorf zu Schneidermeistern Hilde Übelhöher und deckt sich mit handgefertigten Trachten ein Jedes Stück in ihrem Laden ist ein Unikat mit liebevollen Details Und einem entsprechenden Preis (Bewegte Musik) Für die aufwendigen Stickereien ist Heide Baumgartner verantwortlich Die Stickermeisterin hat für ihre Arbeiten schon mehrfach Preise gewonnen Das ist schon anders als letztes Mal, gell? Ja, ich hab wieder einen eigenen Entwurf gemacht für das, was du hergerichtet hast – Das ist ja auch toll geworden Ist das auch der Frisé Faden? – Ja, das ist dasselbe wie da Ihr Wissen gibt Heidi Baumgartner in Stickkursen weiter Sie dauern bis zu einer Woche und werden von Gästen aus ganz Europa gebucht (Heitere Musik) Um solch eine filigrane Stickarbeit anzufertigen, braucht man allerdings viel Geschick und jahrelange Erfahrung Es handelt sich hier um ein Kulturgut, das wir Frauen von Generation zu Generation weitergegeben haben Und dadurch, dass die Kinder heute nicht mehr groß Handarbeitsunterricht haben, geht ihnen ganz viel von Muße und Kreativität und handwerklichem Können verloren (Dynamische Musik) Von wegen Muße und Beschaulichkeit Oberstdorf kann auch anders An der Olympiaschanze testen nicht nur Spitzensportler ihre Grenzen aus Wir haben viel Traditionelles kennengelernt, haben schöne Landschaften gesehen, hatten auch schon Action beim Canyoning, aber in Sachen Nervenkitzel geht noch einiges “Faszination Skisprung” nennt sich dieses außergewöhnliche Programm Schon die erste Herausforderung hat es in sich Du kannst hier auch schon mal leichte Sprungübungen machen Jaja, sicher – Einfach weich landen Joa, ganz einfach wird das nicht hier oben Gemeinsam mit Motivationstrainer Peter Tümmers kann man die verschiedenen Phasen eines Skisprungs nacherleben (Spannungsvolle Musik) So, Magdalena, ich blockiere mal deine Ski Du gehst einfach mal erst in Normallage rein Schön breit stehen Alle Gelenke gebeugt Du entscheidest ganz alleine und fährst los Natürlich ist Magdalena komplett gesichert Dennoch kostet es einiges an Überwindung, sich vornüber ins Tal zu stürzen Du bist hinten kurz gesichert Nicht umsonst kommt dieses Programm auch bei Managertrainings zum Einsatz Quasi nicht weg von der potenziellen Gefahr, von dem, was uns bedrohlich erscheint, sondern hinein in das Thema Ich kann mich überhaupt nicht halten Das ist mehr als nur Nervenkitzel Hier stößt Simin an ihre Grenzen Geh mal ein bisschen nach hinten Merk mal, wann der Ski dir durchgehen würde Das ist sauschwer. Ich denke immer, dass ich nach vorne kippe Du bist halt leider keine Alpinskifahrerin

Ich bin überhaupt keine Skifahrerin Deswegen großen Respekt, hier zu sein Als Alpinskifahrer kennt man das Gefühl Und wenn die Leute im Skikurs mit dem Pflug beginnen, sieht man, dass die sich gern nach hinten lehnen Weil das Gefühl fremd ist, sich über den Ski drüberzulegen, in das Leere hinein zu kippen Aber genau das brauchen wir hier – Ja Zweiter Versuch Vielleicht traut sie sich diesmal Nee, ich will nicht rutschen Nein, auf gar keinen Fall. – Okay Da haben noch nicht viele runtergeschaut, Auftaktschanze zur Vierschanzentournee Unten die kleinen Ameisen im Auslauf Du kannst schon stolz sein – Ja Aber hier haben schon viele gezittert, so wie ich Michael, du hast doch vorhin große Töne gespuckt Du übernimmst Mal sehen, ob sich Tonmann Michael überwunden kann Auch er hat noch nie auf Skiern gestanden Aber Wettbewerb verleiht bekanntlich Flügel Er fährt tatsächlich los (Bewegte Musik) Ziemlich heftig: Der Weg zur nächsten Station Eine Hängebrücke führt zum Giant Swing Dort kann man den Absprung von der Schanze und den Flug nacherleben Auch das ist für Ungeübte nicht ohne Die Herausforderungen sind unterschiedlich aufgebaut Dieses langsame Loslassen vom Balken ist eine ganz andere Herausforderung, weil ich über den Ski muss ich muss körperlich aktiv und selbstgesteuert sein Wohingegen das Rausspringen bei dem Giant Swing, da brauche ich nur Überwindung und Mut Viel Spaß – Jippie! 30 Meter geht’s in die Tiefe (Sie schreit.) Jetzt bin ich natürlich im Zugzwang, nachdem Michael mit hat so alt aussehen lassen Jetzt werde ich hier runterspringen Oh Gott. Ich hab Angst (Sie schreit.) Geht doch Und diesmal hadert tatsächlich Oh – … Michael! Zweiter Versuch (Er atmet tief durch.) (Dynamische Musik) Michael, super! Den Giant Swing haben alle mit Bravour gemeistert Jetzt ist das Schanzen-Tubing dran So in etwa fühlt es sich für die Skispringer nach der Landung an (Dynamische Musik) (Er schreit und lacht.) (alle:) Hey! Ah, das haben wir uns jetzt wirklich verdient Gell, Michael? – Oh ja Nachdem du so für mich in die Bresche gesprungen bist Prost Ich muss sagen, mir hat’s im Allgäu richtig gut gefallen Die Freundlichkeit der Leute, die Gemütlichkeit, die wunderbare Landschaft und dass man so viel machen kann Richtig viel Action Ich komm wirklich gern wieder Und du? – Auf jeden Fall Ich hoffe, Sie auch Machen Sie’s gut. Tschüss Tschüss! – Prost (Kuhglocken) SWR 2018